Der ghanaische Nationalspieler Sulley Muntari, der bei Delfino Pescara 1936 unter Vertrag steht, wird vom italienischen Verband für ein Spiel gesperrt. Der Grund dafür: Muntari hatte beim Auswärtsspiel gegen Cagliari Calcio das Spielfeld verlassen. Zuvor beschwerte er sich bei Schiedsrichter Daniele Minelli. Das Reklamieren brachte ihm eine Gelbe Karte ein, das Verlassen des Spielfelds wurde ebenfalls mit Gelb geahndet.

Der frühere AC-Mailand-Spieler hatte aber einen guten Grund, zu reklamieren und sich vom Spielgeschehen zu verabschieden. Die Fans des Heimteams (etwa zehn an der Zahl) beleidigten Muntari auf rassistische Weise. Cagliari muss wegen der zehn Fans keine Konsequenzen fürchten. 

«Die Fans hatten Unrecht getan und der Schiedsrichter hätte etwas anderes machen müssen, als mich zu beschuldigen», sagte Muntari und fuhr nach der Partie gegenüber italienischen Medien fort: «Ich bin sicher, wenn Spiele gestoppt werden, passieren diese Dinge nicht mehr.»

Der italienische Verband entschied sich, die Strafe gegen Muntari nicht aufzuheben. Die Spielergewerkschaft FIFPro hatte den Verband dazu aufgefordert, die erste Gelbe Karte zu anullieren. «Es war Muntaris Recht, Schiedsrichter Minelli als ersten Bezugspunkt anzusprechen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen und eine Lösung zu finden. Kein Spieler sollte jemals die Notwendigkeit sehen, die Dinge selbst in die Hand nehmen zu müssen.» (afi/sda)