Nach Monaten des Wartens sollen Profiklubs nun schnell Bundesgeld erhalten - 10 Millionen flossen bereits als Nothilfe

Stabilisierungsbeiträge für Profiklubs gibt es ab dem 1. Dezember in Form von Darlehen und geplant ab 1. Januar als A-fonds-perdu-Beiträge. Doch bereits im Frühjahr kassierten Klubs beinahe zehn Millionen an Nothilfe - unter anderem der Eishockeyclub HC Lausanne.

Rainer Sommerhalder
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Der HC Lausanne gehörte zu der Handvoll Profiklubs, die bereits im Frühjahr Darlehen als Nothilfe beantragten.

Der HC Lausanne gehörte zu der Handvoll Profiklubs, die bereits im Frühjahr Darlehen als Nothilfe beantragten.

Pascal Muller / freshfocus

Ab 1. Januar sollen Profiklubs Gesuche für A-fonds-perdu-Beiträge einreichen können. Die bewilligten 115 Millionen müssen schnell fliessen, um akute Liquiditätsengpässe zu lindern. Sowohl National- wie auch Ständerat wollen das Gesetz noch im Dezember durchwinken. Offensichtlich stossen die Pläne des Bundesrats im Parlament auf breite Zustimmung.

Die Klubs dürfen zwei Drittel der entgangenen Matcheinnahmen seit dem 28. Oktober 2020 geltend machen. Viele offene Detailfragen, insbesondere die genaue Definition der Bedingungen, werden in der Verordnung zum Gesetz geregelt. Bis zum 11. Dezember muss das Bundesamt für Sport dem Bundesrat den Entwurf dieser Verordnung übermitteln.

Noch keine Gesuche bis zum Wochenende

Nicht ganz so schnell lief der Prozess bei den Darlehen für den Profisport. Bereits am 13. Mai verkündete Bundesrätin Viola Amherd die Bereitstellung von 350 Millionen im Rahmen eines Stabilisierungspakets. Erst am 4. November wurde die definitive Verordnung verabschiedet. Dies, weil aufgrund von Corona der Parlamentsbetrieb lange ausfiel und den Politikern dann die Bedingungen zu streng waren.

Seit gut zwei Wochen sind den Profiklubs die Spielregeln für den Bezug eines Darlehens nun bekannt. Geld kann ab dem 1. Dezember fliessen. Bis zum Wochenende ging beim Baspo allerdings noch kein Gesuch ein. Wer das Darlehen nicht innerhalb von drei Jahren zurückzahlt, muss die Spitzenlöhne analog zu den A-fonds-perdu-Beiträgen auf 148 000 Franken oder um mindestens 20 Prozent kürzen.

Was angesichts der aktuellen Diskussion um Darlehen und nicht rückzahlbare Beiträge vergessen geht: Bereits im Frühjahr floss erstmals Geld auch an Fussball- und Eishockeyvereine. Damals sprach der Bundesrat je 50 Millionen Nothilfe für den Breiten- und den Spitzensport. Für Letztere in Form von Darlehen mit Vorzugskonditionen.

9,44 Millionen an Spitzensport ausbezahlt

Während damals im Breitensport 205 Gesuche eingingen, waren es aus dem Profibereich lediglich sieben Anträge von Organisationen, die einen Liquiditätsengpass geltend machten. Ausbezahlt wurden letztlich 9,44 Millionen an sechs Vertreter aus dem Spitzensport. Das Baspo gibt aus Datenschutzgründen keine Infos über die konkreten Zahlungen bekannt. Unter den Antragstellern für die Millionenhilfe befand sich mit Sicherheit auch der Eishockeyclub HC Lausanne.

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