Fussball
Nach Malls Ausfall kann sich Ulisse Pelloni nun beweisen

Der 21-jährige Tessiner Ulisse Pelloni kommt am Pfingstmontag gegen den FC St. Gallen zu seinem Debüt in der Super League. Die Nummer 2 des FC Aarau will ihre Chance packen.

Dean Fuss
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Nach vier Cup-Einsätzen morgen erstmals in der Super League: Ulisse Pelloni vertritt den verletzten Joël Mall.

Nach vier Cup-Einsätzen morgen erstmals in der Super League: Ulisse Pelloni vertritt den verletzten Joël Mall.

KEYSTONE

Samstag. Kurz vor Mittag. Während seine Teamkollegen das zweitletzte Training vor dem morgigen Spiel beim FC St. Gallen (16 Uhr) abschliessen, spielt FCA-Stammtorhüter Joël Mall ein paar Bälle auf ein imaginäres Tor an der Seitenlinie. Gehütet wird es von Captain Sandro Burkis Sohn Lion. Der bald Vierjährige ist wie der verletzte Mall als Zaungast auf dem Trainingsplatz hinter dem Stadion Brügglifeld dabei.

Weil sich Mall gegen den FC Basel einen Nierenriss zuzog, steht nun völlig unvermittelt Ulisse Pelloni im Fokus. Die Nummer 2 im Tor des FC Aarau kommt morgen in St. Gallen nach vier Einsätzen im Cup zu seiner Super-League-Premiere. «Es tut mir leid für Joël. Gleichzeitig freue ich mich auf meine Chance, dem Team im Kampf gegen den Abstieg auf dem Platz helfen zu können», sagt Pelloni und lächelt. Dem 21-Jährigen ist die Vorfreude richtiggehend anzusehen. «Natürlich wäre ich lieber unter anderen Umständen zu meinem ersten Einsatz auf diesem Niveau gekommen, aber Verletzungen gehören im Fussball nun einmal dazu. Ich bin auf jeden Fall bereit für meinen Einsatz.»

Daran zweifelt beim FC Aarau niemand. «Ich habe vollstes Vertrauen in ihn und hoffe, dass er seine Sache gut machen wird», sagt Trainer Raimondo Ponte. Damit ist das Thema für ihn abgehakt. Captain Burki pflichtet dem 60-Jährigen bei: «Es ist immer schade, wenn einer so ausfällt. Joël ist sicher auch vom Typ her ganz wichtig für die Mannschaft. Aber: Wir wissen, wie gut Ulisse spielen kann und schon gespielt hat – deshalb mache ich mir überhaupt keine Sorgen.» Von der Spielweise her ändere sich für die Mannschaft mit Pelloni im Tor kaum etwas. «Er spielt gut mit und steht hoch. Natürlich ist er etwas kleiner als Joël, aber für uns bleibt alles gleich. Zudem kann es auch einen positiven Einfluss haben, wenn ein neues Element auf den Rasen kommt», sagt Burki.

Wie der Rest des Teams auch, hat Pelloni am Donnerstagmorgen erfahren, dass er Mall mindestens für die Partie von morgen und wohl auch für das letzte Saisonspiel am kommenden Freitag zu Hause gegen den FC Thun (20.30 Uhr) vertreten wird. Das hat auch in seiner Tessiner Heimat, wo Pelloni die anderthalb freien Tage ab Donnerstagmittag verbrachte, für Aufsehen gesorgt. «Meine Eltern haben mir viel Glück gewünscht und mir gesagt ich solle ruhig bleiben», sagt er. Ähnlich habe es auch in seinem Freundeskreis geklungen. Und Pelloni wird am Pfingstmontag nicht nur von seinen Mannschaftskollegen und den Fans die volle Unterstützung erfahren. Seine Eltern werden aus dem Tessin anreisen und seinen Premieren-Auftritt in der höchsten Schweizer Spielklasse in der St. Galler AFG-Arena live vor Ort mitverfolgen.

Trotz Debüt: Für Pelloni sind Spiele gegen Super-League-Klubs nichts Neues. Als erklärte Nummer 1 im Cup konnte er in dieser Saison sowohl im Achtelfinal (gegen Luzern, 2:1) als auch im Viertelfinal (gegen Sion, 1:2) Erfahrungen in Spielen gegen Gegner auf diesem Niveau sammeln. «Das waren wichtige Spiele für mich. Da habe ich viel Selbstvertrauen aufbauen können und der Mannschaft gibt das auch die nötige Sicherheit», sagt er.

Als Ersatztorhüter wird am Pfingstmontag übrigens nicht Goalietrainer Swen König auf der Bank sitzen: Läuft alles nach Plan, wird Olivier Joos vom Team Aargau als Nummer 2 im Aufgebot stehen. Ob Mall, wie es anzunehmen ist, auch das letzte Saisonspiel in fünf Tagen verpassen wird, dürfte sich am kommenden Mittwoch zeigen. Dann unterzieht sich der 24-Jährige einer weiteren ärztlichen Untersuchung. Bis dahin bleibt ihm nicht viel anderes übrig, als sich zu erholen und seinem Stellvertreter die Daumen zu drücken. «Er hat mir viel Glück gewünscht», sagt Pelloni. Die gegenseitige Unterstützung im aufgesplitteten Goalie-Duo ist auf jeden Fall da.

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