Skispringen

Nach einer erneut schwachen Leistung ist «Simi» zumindest für den Kreisssaal qualifiziert

Simon Ammanns Familie wird sich in den nächsten Tagen vergrössern.

Simon Ammanns Familie wird sich in den nächsten Tagen vergrössern.

Simon Ammann fehlt am Freitag beim letzten Springen der Vierschanzentournee. Dafür wird man ihn bald in der Geburtenabteilung sehen.

Sportlich ist es für Simon Ammann ein weiterer Tiefpunkt. Nach einem Hüpfer auf 110 Meter qualifiziert er sich beim Springen in Bischofshofen als 55. erstmals seit 17 Jahren nicht für ein Weltcupspringen. Dass der vierfache Olympiasieger im Wettkampfgelände trotzdem guter Laune ist, hat private Gründe.

Bereits in den nächsten Tagen erwartet seine Frau Yana das zweite gemeinsame Kind. «Ich freue mich, nach Hause zu gehen», sagt der 35-Jährige. Man könne den Zeitpunkt einer Geburt nicht genau voraussagen, «aber lange wird es nicht mehr dauern».

Simon Ammann zusammen mit seiner Frau Yana. (Archivbild)

Simon Ammann zusammen mit seiner Frau Yana. (Archivbild)

Sohn Théodore kam vor gut zwei Jahren im Oktober auf die Welt. «Simi» bezeichnete dies damals als idealen Zeitpunkt vor der Saison. Diesmal zwingt ihn die Geburt zu einer Wettkampfpause. Wie lange diese dauern wird, lässt Simon Ammann offen.

Auf jeden Fall lässt er die Springen in Wisla in einer Woche aus. «Vielleicht kehre ich aber auch erst zum Skifliegen in Oberstdorf zurück», sagt Ammann. Dieses findet am ersten Februar-Wochenende, drei Wochen vor dem Beginn der Weltmeisterschaften in Lahti, statt.

Trotz Tiefschlägen weiter positiv

Unabhängig von der Geburt sei nach der Tournee ein Aufbautraining geplant gewesen, sagt der Schweizer Ausnahmesportler. «Es ändert sich für mich also nicht sehr viel.» Darauf, dass ihm die Geburt wie schon beim ersten Kind auch sportlich Auftrieb verleihen wird, will Ammann nicht hoffen. «Wenn du als Sportler überall nur noch Hoffnungen hast, dann musst du zum Psychologen», sagt der Toggenburger.

Was seine Zukunft als Athlet angeht, hält es Simon Ammann mit Trickfilmfigur Paulchen Panther. «Heute ist nicht aller Tage – ich komm wieder, keine Frage!» scheint auch sein Motto zu lauten. «Als Sportler musst du entscheiden, entweder zu scheitern oder den Weg weiterzugehen», sagt er, «und scheitern ist nicht cool».

Obwohl er in Bischofshofen nicht einmal mehr zu den ersten 50 gehört, vergleicht er sich nach wie vor mit den Weltbesten. «Ich weiss, dass mein Sprung das Potenzial für ganz nach vorne hat», behauptet der 35-Jährige. Man habe das Problem eingrenzen können. Er wisse also
genau, woran er arbeiten müsse. «Der Ansatz ist gefunden. Jetzt muss ich meinen Sprung stabilisieren, aber das kann man nicht erzwingen», sagt Ammann.

Immerhin beim nächsten, wenn auch privaten Einsatz, gehört Simon Ammann zu den Siegern. Der Toggenburger lacht herzhaft ob dieser Feststellung. Und er zeigt sich unbeeindruckt entschlossen, dass dies sehr bald auch auf der Schanze wieder gilt. Den Babyblues hat «Simi» dort bereits hinter sich.

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