Nach der Pause fehlt den Gossauer Handballspielern die Konzentration

Fortitudo Gossau wartet in der NLA nach der dritten Niederlage im vierten Spiel weiter auf den ersten Saisonerfolg. Gegen den Cupsieger Pfadi Winterthur verlieren die Ostschweizer auswärts 24:34.

Fritz Bischoff
Drucken
Teilen
Gossaus Topskorer Samuel Weingartner. (Bild: Benjamin Manser)

Gossaus Topskorer Samuel Weingartner. (Bild: Benjamin Manser)

Ein Bijou von einer Halle ist die neue Heimat von Pfadi Winterthur. Der Groove der in die Jahre gekommenen Eulachhalle ist ­verflogen. Die 2000 Zuschauern Platz und Komfort bietende «Win4 Axa-Arena» setzt neue Massstäbe. Die Winterthurer NLA-Handballer haben von ihrer Lokalität her auf die neue Saison einen Quantensprung getan.

Pfadi sieht sich als Titelfavorit

Auch leistungsmässig will der Cupsieger diese Saison nichts anbrennen lassen und sieht sich als Kronfavorit auf den Titel. Gestern in der Partie gegen Fortitudo Gossau war vom möglichen Potenzial der Zürcher phasenweise nicht viel auszumachen.

«Vor allem in der ersten Halbzeit wurden wir unseren Ansprüchen nicht gerecht. Wir entwickelten zu wenig Druck auf das gegnerische Tor», sagte Trainer Adrian Brüngger. Wohl führte sein Team nach einer Viertelstunde 10:5, doch überzeugend fiel die Kollektivleistung nicht aus. Einen wesentlichen Anteil am Vorsprung hatte Torhüter Matias Schulz.

Aufsässige Gossauer

Fortitudo liess sich durch den ­frühen Rückstand nicht beirren, blieb aufsässig und unerschrocken. Vor allem dank Patrik Hruscak konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden. Im Sog des slowakischen Linkshänders steigerte sich das ganze Team und lag zur Pause gegen das gastgebende Starensemble verdientermassen mit nur einem Treffer (15:16) zurück. Doch schnell nach der Pause änderten sich die spielerischen Verhältnisse.

Eine Unzahl von Fehlern

Nach dem 18:17 für Pfadi in der 34. Minute leisteten sich die Gossauer eine Unzahl an Fehlern. Die Winterthurer nutzen dies konsequent aus, fanden zum gewünschten Spiel und zogen innerhalb von nur acht Minuten auf 24:17 weg. Die Vorentscheidung war gefallen. «Wir waren nach der Pause ganz einfach nicht wach», sagte Fortitudos Top­skorer Samuel Weingartner. Insbesondere was das Vereiteln von gegnerischen Gegenstössen betraf, war das Verhalten der St. Galler ungenügend. Nicht weniger als 14 Gegenstosstreffer erzielte Pfadi und hatte dabei in Marvin Lier mit zwölf Treffern seinen überragenden Akteur.

30 Minuten reichen nicht aus

Nach der Schwächephase konnte Gossau das Geschehen wieder ausgeglichener gestalten, wenn gleich die athletischen Vorteile und das allenfalls mögliche Steigerungspotenzial unverkennbar beim Heimteam lagen. Doch im gleichen Ausmass wie zu Beginn der zweiten Halbzeit liessen sich die Gäste im weiteren Verlauf des zweiten Spielabschnittes nicht mehr dominieren.

In den Bereich, dass die Partie nochmals hätte spannend werden können, kamen sie aber auch nicht mehr. Bei Fortitudo war die Fehlerquote mit 14 Negativpunkten ganz einfach zu hoch und die Chancenauswertung zu mangelhaft.

Verärgerter Topskorer

Dies ärgerte auch Samuel Weingartner, weit mehr aber noch die Tatsache, dass er im Vergleich zur vergangenen Saison keine Fortschritte im Kollektivverhalten seiner Mannschaft sah. «Wir müssen endlich begreifen, dass es nicht reicht, nur über dreissig Minuten eine gute Leistung abzurufen. Ein Spiel dauert sechzig Minuten. Es ist eine Kopfsache, hier endlich Fortschritte zu machen, ansonsten werden wir keine Spiele gewinnen.»

Aktuelle Nachrichten