Tennis
Nach den Ereignissen in Paris: Die Briten verbreiten keine Hektik

Mehr als 40'000 Menschen strömen täglich in die Londoner O2-Arena. Trotz den jüngsten Anschlägen in Paris, stechen dem Besucher der ATP World Finals keine besonderen Sicherheitsmassnahmen ins Auge.

Michael Wehrle, London
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Sicherheitskontrollen am Eingang zum Tennisstadion in der O2-Arena. mic

Sicherheitskontrollen am Eingang zum Tennisstadion in der O2-Arena. mic

Das Mail am Tag nach den Terroranschlägen von Paris war nur kurz: «Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen überprüft. Die O2-Arena hat bereits vorher die Sicherheit vor Ort erhöht und die Vorbereitungen auf das Turnier laufen normal.» Grundsätzlich herrscht in London schon seit Monaten die zweithöchste Sicherheitsstufe. Die wird nur erhöht, wenn der Geheimdienst konkrete Hinweise auf einen Anschlag hat.

Nicht alle werden kontrolliert

Zweimal pro Tag strömen 17 800 Tennisfans in die innere Arena. Dazu kommen Besucher der Restaurants, des Kinos und kleinerer Hallen, die alle zum grossen Komplex gehören. So füllten gestern Studenten der East London University für die Preisverleihung der Abschlussprüfungen die Indigo-Halle mit 2350 Plätzen. Es ist überhaupt kein Problem, dorthin zu kommen, dazu braucht es auch kein Ticket. Zwar müssen alle Besucher am Sicherheitspersonal vorbei, doch längst nicht jeder wird kontrolliert. Einige müssen etwas grössere Taschen durch den Scanner laufen lassen, manchmal wirft der Kontrolleur einen oberflächlichen Blick in eine Tasche. Ein Beamter mit einem Bombenhund dreht seine Runde, drei Polizisten plaudern und beobachten. Alles ganz ruhig, keine Hektik. Von hier aus ist es übrigens möglich, durch ein Restaurant direkt ins Pressezentrum zu kommen. Ohne Kontrolle. Dafür werden an den offiziellen Eingängen alle Badges gescannt. Via Chip auf dem Badge überwacht der Kontrolleur die Journalisten.

Es gibt immer ein Weg in die Arena

Strenger wirds dann für die Fans beim Eingang zur Tennisarena. Nun sind nur noch kleine Taschen erlaubt, Getränke werden beschlagnahmt wie am Flughafen, sie werden abgetastet. Erst dann müssen sie ihr Ticket vorweisen. Mitgebrachte Getränke und Essen sind aber verboten, weil die Veranstalter nicht wollen, dass die Besucher ihre Verpflegung von zu Hause mitbringen. Sie sollen vor Ort einkaufen.

In Sachen Sicherheit haben die Anschläge von Paris in London keine Spuren hinterlassen. Wenn es jemand drauf anlegt, dann findet er einen Weg in die Arena.