Tennis

Nach dem Out der Williams-Schwestern: Das ist der Weg zur Goldmedaille von Hingis und Bacsinszky

Gut in Form: Timea Bacsinszky (li.) und Martina Hingis freuen sich über den Viertelfinal-Einzug

Gut in Form: Timea Bacsinszky (li.) und Martina Hingis freuen sich über den Viertelfinal-Einzug

Noch drei Siege trennen Martina Hingis und Timea Bacsinszky von der Goldmedaille im Doppel. Das starke Auftreten von Hingis und die verbleibenden Gegnerinnen geben Anlass zum Optimismus.

Es war zweifelsohne einer der magischsten Momente in der Schweizer Olympiageschichte, als Roger Federer und Stan Wawrinka 2008 in Peking völlig überraschend die Goldmedaille im Doppel gewannen. Unvergessen die Szene, in der sich Federer nach dem Triumph über den am Boden liegenden Wawrinka beugt und sich symbolisch am «brennenden» Stan die Hände wärmt.

Nach dem Gewinn der Goldmedaille in Peking 2008: Federer wärmt sich an Stans Feuer.

Nach dem Gewinn der Goldmedaille in Peking 2008: Federer wärmt sich an Stans Feuer.

Dass sich in Rio Ähnliches ereignen könnte, war zu Beginn der Spiele eigentlich ausgeschlossen. Federer und Wawrinka sind verletzt und obwohl die Schweiz mit Martina Hingis die beste Doppelspielerin der Welt in ihren Reihen hat, räumte man ihr und Timea Bacsinszky keine wirklichen Siegeschancen ein. Zu überlegen zeigten sich die Williams-Schwestern in den letzten Jahren im Doppel. Dreimal in Folge sicherten sich die Amerikanerinnen den Doppel-Olympiatitel.

Doch dann folgte in Runde eins der Paukenschlag: Die topgesetzten Serena und Venus Williams scheiterten völlig überraschend am ungesetzten tschechischen Duo Lucie Safarova/Barbora Strycova mit 3:6, 4:6. Plötzlich scheint die Goldmedaille für Hingis/Bacsinszky greifbar, zumal auch die an Nummer zwei gesetzte französische Paarung Garcia/Mladenovic bereits in Runde zwei ausgeschieden ist.

Der Weg zu Gold

Auf dem Weg zur Goldmedaille gilt es für das Schweizer Frauen-Doppel noch drei Hürden zu meistern. Heute Mittwoch um 16:00 Uhr treffen Hingis/Bacsinszky im Viertelfinal auf das Duo Chan Hao-Ching/Chan Yung-Jan aus Taiwan, die an Nummer drei gesetzt sind.

Obwohl Hingis/Bacsinszky nur an Nummer fünf gesetzt sind, macht vor allem die überragende Leistung von Martina Hingis in den ersten beiden Runden Mut. Mit ihrer Spielintelligenz und ihrer Souveränität hat sie auch die in der ersten Runde noch etwas unsicher wirkende Timea Bacsinszky mitgerissen und die beiden harmonieren immer besser.

Gewinnen die Schweizerinnen am Donnerstag wartet im Halbfinale – geht man nach der Setzliste – die an Nummer sechs gesetzte Paarung Hlavackova/Hradecka aus Tschechien. Sollten Hingis und Bacsinszky auch diese Hürde meistern, könnten im Finale am Sonntag um 17 Uhr die an Nummer vier gesetzten Spanierinnen Muguruza/Suarez Navarro warten.

Oder werden es die ungesetzten Williams-Bezwingerinnen aus Tschechien, Safarova und Strycova, gar bis ins Finale schaffen? Dies scheint gut möglich, denn wer die Williams-Schwestern schlagen kann, kann jeden schlagen.

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