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Kansas City Chiefs

Die Kansas City Chiefs stehen zum ersten Mal seit 50 Jahren in der Superbowl. Der Aufschwung ist eng mit dem Namen Andy Reid verknüpft. Der rührselige Coach hat mehrere ehemalige Weggefährten einen Titel gewinnen sehen. Schlägt nun seine Stunde?

Die Menschen in Kansas City sind fertig mit den Nerven. Zwei Männer, die 24 Stunden mit dem eigenen Kleinbus zur Superbowl nach Miami gefahren sind, liessen ihr Gefährt von einem Priester segnen. Die Aufregung ist gross: Erstmals seit 50 Jahren stehen die Chiefs in der Superbowl – entsprechend will man wenig dem Zufall überlassen. Die Stadt ist das Warten leid, seit Generationen schon.

Die ehemaligen Assistenten sind erfolgreicher

Sie sind mit ihrer Sehnsucht nicht alleine. Auch der Baumeister des Aufschwungs wartet sein Leben lang auf die Krönung: Andy Reid, der beliebte Trainer der Chiefs. Der 61-jährige Reid hat 221 NFL-Spiele gewonnen – aber nie das letzte der Saison, seiner grandiosen Karriere fehlt die Krönung. Der Mormone ist ein brillanter Förderer, von Spielern wie von Trainern. Die «Washington Post» nannte ihn einmal den «einflussreichsten Coach der NFL». Es ist keine Übertreibung: Alleine in der laufenden Saison führten sieben ehemalige Assistenten Reids NFL-Teams als Headcoach. Mit Doug Pederson, Jon Gruden und John Harbaugh sind drei davon bereits Superbowl-­Gewinner. Nur Reid kämpft weiterhin gegen das Stigma, in den entscheidenden Momenten zu versagen.

Reid geniesst rund um die NFL viele Sympathien, es kursieren faszinierende Geschichten über ihn. Wie er in den 1980er-Jahren spätabends für 15 Dollar Partien als Baseball-Schiedsrichter leitet, um die Familie zu ernähren, weil er als Nachwuchstrainer im American Football kaum etwas verdient. Wie er, der 120-Kilo-Mann, bei einem Abendessen mit Jeffrey Lurie, dem Besitzer von Reids ehemaligem Arbeitgeber Philadelphia Eagles, drei Steaks nacheinander bestellte.

Quarterback Mahomes ist talentiert und ein Tausendsassa

Und dann ist da die menschliche Seite. Viele würden Reid den Gewinn gönnen, weil er sich mit Verlust besser auskennt als ihm lieb ist. 2012 starb sein ältester Sohn Garrett an einer Überdosis Heroin, auch der jüngere Sohn Britt war drogenabhängig. Bereits 2007 war Garrett zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er im Rausch einen Autounfall verursacht hatte. Bei der Gerichtsverhandlung wurde öffentlich, dass in seiner Zelle 89 verschreibungspflichtige Schmerztabletten gefunden wurden, die er in seinem Rektum geschmuggelt hatte. Der zuständige Richter sagte: «Ich sehe hier eine Familie in der Krise. Und ein Zuhause wie eine Drogenhölle.»

Dann sind da auch die Qualitäten Reids. Er gilt als eines der ausgefuchstesten Offensivgenies seiner Zeit, als brillanter Taktiker. In seinen 20 Jahren als Cheftrainer in der NFL verfügte er überdies noch nie über einen so talentierten Quarterback wie den Tausendsassa Patrick Mahomes.

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