Tennis
Murrays Absage für die US Open sorgt bei den Veranstaltern für grossen Ärger

Weil er bereits Anfang letzte Woche in New York trainierte und sein Name auch bei der Auslosung nicht fehlte, gingen alle davon aus, dass der zuletzt wegen Hüftbeschwerden pausierende Andy Murray (30, ATP 2) beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres wieder antreten würde. Doch es kam anders.

Simon Häring
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Andy Murray muss auf die US Open verzichten.

Andy Murray muss auf die US Open verzichten.

Keystone

Am Samstag verkündete der Schotte seinen Verzicht. Zwar fühle er sich besser, aber eben nicht so gut, als dass er sich einen Turniersieg zutrauen würde. Das Problem beschäftige ihn schon seit den French Open. Ob er in diesem Jahr zurückkehrt, lässt Murray offen.

Zuvor hatten schon Titelverteidiger Stan Wawrinka (Knie), Novak Djokovic (Ellbogen) sowie Milos Raonic und Kei Nishikori (beide Handgelenk) für die US Open das Handtuch geworfen. Murrays Absage trifft die Veranstalter besonders hart. Weil die Auslosung bereits erfolgt war und bei dieser mit Rafael Nadal (31, ATP 1) und Roger Federer (36, ATP 3) die beiden Favoriten in die gleiche Hälfte des Tableaus gelost worden waren, ist der Traumfinal geplatzt.

In der Setzliste übernimmt nun nicht Federer die Position von Andy Murray, sondern mit Marin Cilic die Nummer 5. Für die Veranstalter, die als einziges der vier Grand-Slam-Turniere noch nie Schauplatz eines Duells zwischen Nadal und Federer waren, ist das die einfachere Lösung, als jeden der Gesetzten um jeweils eine Position nach oben zu schieben. Federer selber beschäftigt sich nicht mit solchen Fragen. Zu sehr war er seiner Rückenprobleme wegen in den beiden Wochen mit sich selbst beschäftigt.

«Ich fragte mich schon, ob ich bereit sein würde für die US Open. Die Beschwerden kamen überraschend, in Panik verfallen bin ich aber nicht. Es gibt noch eine gewisse Unsicherheit, aber ich bin sehr glücklich, wie ich mich fühle», sagte Federer, der nicht verheimlichte, dass ein Duell mit Nadal auch seine Fantasie beflügelt: «Ich würde es lieben, hier gegen ihn zu spielen.»

Rafael Nadal, der die US Open 2010 und 2013 gewonnen hat, aber seither dort nur noch fünf Mal den Platz als Sieger hat verlassen können, möchte gar nicht so weit vorausschauen. Aber weil er in diesem Jahr alle drei Duelle gegen Federer verloren hat, wünscht die Nummer eins der Welt sich in einem möglichen Halbfinal «lieber einen leichteren Gegner» als den fünffachen Sieger Federer. Die beiden Erzrivalen starten beide am Dienstag ins Turnier.

Alle Augen auf Scharapowa

Erstmals nach ihrer verbüssten Dopingsperre wegen der Einnahme des Herzmittels Meldonium steht Maria Scharapowa (30, WTA 147) dank einer Wildcard wieder im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Die French Open verweigerten eine Wildcard, in Wimbledon wollte sie die Qualifikation bestreiten, musste aber wegen eines Muskelfaserrisses verzichten. In der Startrunde trifft die Siegerin von 2006 auf die Rumänin Simona Halep (25, WTA 2), die vor dem Duell mit der unbeliebten Russin sagt, dass es für sie «ein normales Spiel» sei. Scharapowa hat seit dem Ablauf ihrer Sperre im April nur acht komplette Matches bestritten, von denen sie aber immerhin sechs gewann. Die Rückkehr ist eine grosse Inszenierung. Das Tenü hat der ehemalige Kreativchef der Edelmarke Givenchy, Riccardo Tisci, entworfen. Um ihr Image zu korrigieren, gibt sie überall Interviews. «Ich mag es , dass mich eine geheimnisvolle Aura umgibt, aber viele verwechseln geheimnisvoll mit unverletzlich. Ich fühle mich ständig verletzbar», sagte Scharapowa. Übrigens: Drei Tage nach dem FrauenFinal erscheint ihre Biografie. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. (sih)