Mountainbike-WM
Frei holt im Sprintgegen Neff Bronze: «Ich hätte es besser gefunden, wenn wir beide eine Medaille geholt hätten»

Im Schweizer Duell um die Bronzemedaille im Cross Country, setzt sich Sina Frei hauchdünn vor Jolanda Neff durch. Die Zürcherin lobt Neff für einen fairen Kampf.

Raphael Gutzwiller aus Val di Sole
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Intensiver Kampf mit dem besseren Ende für Sina Frei vor Jolanda Neff.

Intensiver Kampf mit dem besseren Ende für Sina Frei vor Jolanda Neff.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Der Titel ist bereits weg, doch Sina Frei und Jolanda Neff treten noch einmal voll in die Pedale. Immerhin Bronze soll es geben für die Schweiz. Sina Frei kann auf den letzten Metern nochmals zulegen, Neff kann dem nichts mehr entgegensetzen. Die Zürcherin Frei holt Bronze, während die St. Galler Olympiasiegerin als WM-Vierte leer ausgeht. Gold hat zuvor die Britin Evie Richards geholt, Silber ist an die Niederländerin Anne Terpstra gegangen.

Für Sina Frei ist es nach der Silbermedaille an den Olympischen Spielen und dem WM-Titel im Short Track am Donnerstag der dritte grosse Erfolg innert kürzester Zeit. Dementsprechend gut ist die Laune der 24-Jährigen nach ihrem Erfolg am Samstag: «Diese Medaille bedeutet mir sehr viel», sagt sie. «Diese Resultate in den letzten Wochen sind sensationell. Vor der Saison hätte ich eine solche Saison sofort unterschrieben.»

Sina Frei strahlt über Bronze, Evie Richards über Gold und Anne Terpstra über Silber (von rechts).

Sina Frei strahlt über Bronze, Evie Richards über Gold und Anne Terpstra über Silber (von rechts).

Gian Ehrenzeller / Keystone

Dass es am Schluss ein Schweizer Duell gab, kommt nicht von ungefähr. In der letzten Runde sind vier Athletinnen im Kampf um Bronze, ehe sich die beiden Schweizerinnen gemeinsam absetzen können – und so immerhin noch um die letzte verbliebene Medaille kämpfen können. «Wir konnten voneinander profitieren und haben auf der Fläche gut zusammengearbeitet», so Frei später.

Von den drei Medaillenheldinnen von Tokio ist Frei die Einzige, die an der WM ihre Medaillensammlung vergrössern kann. Jolanda Neff geht ebenso leer aus wie die Urnerin Linda Indergand, die 12. wird. Alessandra Keller komplettiert mit ihrem 10. Rang ein gutes Team-Ergebnis in diesem WM-Rennen. Besondere Genugtuung, diesmal aus dem Schatten Neffs gefahren zu sein, hat Sina Frei nicht. «Ich hätte es besser gefunden, wenn wir beide eine Medaille geholt hätten», sagt sie.

Jolanda Neff geschlagen – auch wegen der Vorbereitung

Fühlt sich im WM-Rennen nicht gut: Olympiasiegerin Jolanda Neff.

Fühlt sich im WM-Rennen nicht gut: Olympiasiegerin Jolanda Neff.

Gian Ehrenzeller / Keystone

Doch weil daraus nichts geworden ist, ist bei Jolanda Neff der Ärger gross. Die Olympiasiegerin kann im Zielbereich die Enttäuschung kaum verbergen. «Ich habe mich im Rennen nicht gut gefühlt», so Neff. «Ich liebe das Gefühl, zu wissen, dass ich mich gut vorbereitet habe. Nach dieser schwierigen Vorbereitung fehlte mir das aber.» Zu gross sei der Trubel um ihre Person gewesen, sie hätte sich zu häufig mit anderen Dingen als dem Sport beschäftigen müssen. Eigentlich wollte sie um den WM-Titel fahren, aber «aus dieser Entscheidung war ich zu früh raus». Und so sagt Neff: «Ich mag Sina Bronze gönnen.»

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