Formel 1
Weltmeister: Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel schafft den Hattrick

Das Rennen in Sao Paulo waran Nerverkitzel kaum zu überbieten. Mehrmals war Ferrari-Fahrer Alonso sogar Weltmeister. Denn Vettel war nach einem Startcrash zwischenzeitlich ans Ende des Feldes gefallen.

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Sebastian Vettel ist zum dritten Mal Formel-1-Weltmeister
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Vettel feiert seinen dritten WM-Titel
Vettel jubelt, er ist zum dritten Mal Weltmeister.
Alonso hat es Schluss fast noch geschafft, aber eben nur fast.
Weltmeister unter sich: Rekordweltmeister Michael Schumacher und Vettel.
Vettel musste in Brasilien bis zum Schluss alles geben
Gelassener Vetttel vor dem Start
Vettel ist zum dritten Mal Weltmeister

Sebastian Vettel ist zum dritten Mal Formel-1-Weltmeister

Keystone

Vettels Konkurrent Fernando Alonso wurde in einem phasenweise chaotisch verlaufenen, wie erwartet vom Regen beeinflussten Rennen Zweiter. Der Spanier hätte aufgrund von Vettels Klassierung das Rennen gewinnen müssen, um seinerseits zum dritten Mal Weltmeister zu werden. Der Regen nahm zweimal Einfluss auf das Geschehen auf dem Rundkurs im Autodromo José Carlos Pace - zu Beginn des Rennens und im letzten Fünftel des Pensums. Dass die Prüfung nach einem Unfall von Paul di Resta im Force India hinter dem Safety-Car endete, passte zur dramatischen Finalissima.

Drei Titel in Folge - das hatten vor Vettel lediglich zwei Fahrer geschafft. Der Argentinier Juan-Manuel Fangio, der sich die Krone insgesamt fünfmal sicherte, hatte von 1954 bis 1957 vier Titel ohne Unterbruch gewonnen. Michael Schumacher, mit sieben Gesamtsiegen Rekordchampion, war von 2000 bis 2004 sogar fünfmal hintereinander Weltmeister geworden. Vettel seinerseits darf sich rühmen, der mit Abstand jüngste Dreifach-Champion in der Formel 1 zu sein. Mit 25 Jahren und 146 Tagen ist er mehr als sechs Jahre jünger als der bisherige Rekordhalter Ayrton Senna bei seinem dritten Titel. Schumacher war bei seinem dritten WM-Triumph wie Senna 31 Jahre alt.

Wenig fehlte, und für Vettel wäre der Traum vom neuerlichen Titel schon in der ersten Runde geplatzt. Der Hesse fiel nach einem Dreher, hervorgerufen durch ein Rencontre mit dem Williams mit Bruno Senna, an den Schluss des Feldes zurück, hatte aber das grosse Glück, dass der Red Bull nicht gravierend beschädigt wurde. Für Senna bedeutete der Zwischenfall dagegen das schnelle Aus - genauso wie für Sergio Perez, der bei seinem letzten Einsatz für das Team Sauber ebenfalls mit dem Brasilianer ins Gehege gekommen war.

Kamui Kobayashi dagegen gelang ein versöhnlicher Abschluss als Fahrer der Zürcher Equipe. Der nicht weiterverpflichtete Japaner wurde für eine beherzte Vorstellung, die auch gelungene Überholmanöver gegen Vettel und Alonso beinhaltete, mit Rang 9 belohnt. Kobayashi steuerte damit zwei Punkte für die Teamwertung bei, in der Sauber die Saison hinter Mercedes auf Platz 6 abschliesst. Michael Schumacher im einen Auto mit dem Stern verabschiedete sich mit einem 7. Rang aus der Formel 1.

Button feierte seinen dritten Sieg in der laufenden Saison und den 15. insgesamt. Sein Teamkollege, der aus der Pole-Position gestartete Lewis Hamilton, wurde nach einer von Nico Hülkenberg verursachten Kollision nach 55 der 71 Runden in Führung liegend zur Aufgabe gezwungen. Der zukünftige Sauber-Fahrer Hülkenberg, der mit einer sogenannten Drive-Through-Strafe noch Fünfter wurde, hatte schon zuvor für Aufsehen gesorgt. Nach einem Drittel der Distanz hatte er als Führender zusammen mit Button rund 45 Sekunden Vorsprung aufgewiesen. Die grosse Marge hatte ihren Ursprung im Entscheid der beiden, trotz zwischenzeitlichem Nieselregen auf den Wechsel auf Intermediate-Reifen zu verzichten. Weil das Rennen aber durch den Safety-Car, dessen Einsatz zur Räumung verschiedener Trümmerteile nötig wurde, zu jenem Zeitpunkt ein erstes Mal neutralisiert wurde, war die grosse Marge dahin. Hülkenberg verteidigte die Führung auch nach der Freigabe erfolgreich - bis er nach einem Fahrfehler von Hamilton überholt wurde.

São Paulo. Grand Prix von Brasilien (71 Runden à 4,309 km/305,909 km): 1. Button, McLaren-Mercedes. 2. Alonso, Ferrari, 2,7 Sekunden zurück. 3. Felipe Massa, Ferrari, 3,6. 4. Mark Webber, Red Bull-Renault, 4,9. 5. Nico Hülkenberg, Force India-Mercedes, 5,7. 6. Vettel, Red Bull-Renault, 9,4. 7. Schumacher, Mercedes, 11,9. 8. Jean-Eric Vergne (Fr), Toro Rosso-Ferrari, 28,6. 9. Kobayashi, Sauber-Ferrari, 31,2. 10. eine Runde zurück: Kimi Räikkönen (Fi), Lotus-Renault. - Ausgeschieden u.a.: Perez; Hamilton; Grosjean.

WM-Schlussklassement (20 Rennen). Fahrer: 1. Vettel 281. 2. Alonso 278. 3. Räikkönen 206. 4. Hamilton 190. 5. Button 188. 6. Webber 179. 7. Massa 122. 8. Grosjean 96. 9. Rosberg 93. 10. Perez 66. 11. Hülkenberg 63. 12. Kobayashi 62. - Teams: 1. Red Bull-Renault 460. 2. Ferrari 400. 3. McLaren-Mercedes 378. 4. Lotus-Renault 303. 5. Mercedes 142. 6. Sauber-Ferrari 126. 7. Force India-Mercedes 109. 8. Williams-Renault 76. 9. Toro Rosso-Ferrari 26.