Das eine Jubiläum hinter sich gebracht, das nächste bereits vor Augen: Auf dem Bahrain International Circuit fuhr Sebastian Vettel in seinem 200. Formel-1-Rennen den 49. GP-Sieg ein. Der Deutsche mit Wohnsitz im Thurgau triumphierte auf der Insel im Persischen Golf nach 2012, 2013 und 2017 zum vierten Mal.

Wie die im 2. und 3. Rang klassierten Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas und Lewis Hamilton liess sich Vettel nur einmal neue Reifen aufziehen. Der WM-Leader war im Finale mit der weicheren Reifenmischung unterwegs als die Silberpfeile, vermochte seinen Vorsprung jedoch denkbar knapp zu verteidigen.

Dass sich Ferrari über den Sieg nur verhalten freuen konnte, lag an einem völlig missglückten zweiten Boxenstopp von Kimi Räikkönen, bei welchem ein Mechaniker nach ersten Diagnosen das Schien- und Wadenbein brach. Für den zu diesem Zeitpunkt vor Hamilton im 3. Zwischenrang klassierten Räikkönen war das Rennen nach diesem Zwischenfall vorbei.

Sauber in den Punkten

Nach einer langen Durststrecke, erstmals seit Ende Juni letzten Jahres in Aserbaidschan, durfte sich das Team Sauber wieder einmal über einen Punktgewinn freuen. Die Ein-Stopp-Strategie beim Schweden Marcus Ericsson mit Soft- und Medium-Reifen zahlte sich vollumfänglich aus. Der 27-jährige Nordländer erreichte den 9. Platz und kam so einem unliebsamen Jubiläum zuvor. Ericsson hatte vor dem Rennen in Bahrain seit Monza 2015 49 Grands Prix in Folge ausserhalb der Punkteränge beendet. Der monegassische Rookie Charles Leclerc wurde Zwölfter.

Eine wilde Startphase mit diversen Überholaktionen entschädigte die Formel-1-Fans für das ereignisarme Rennen von vor zwei Wochen in Melbourne. Grosser Verlierer dabei war Red Bull-Renault. Die zweite Runde verlief für den österreichisch-britischen Rennstall geradezu verheerend, musste doch Daniel Ricciardo wegen eines Defekts aufgeben und beklagte Max Verstappen nach einem Überholmanöver gegen Lewis Hamilton einen Reifenschaden. Wenig später war wegen eines technischen Problems auch für den Niederländer der Grand Prix in der Wüste von Sakhir zu Ende - und der erste Doppelausfall von Red Bull seit Oktober 2010 Tatsache.

Gasly überrascht

Völlig anders war die Gefühlslage nach dem Rennen in Sakhir bei Red Bulls Schwester-Team Toro Rosso, das den Franzosen Pierre Gasly auf Platz 4 brachte. Es ist für Honda, seit dieser Saison der Motoren-Partner von Toro Rosso, das beste Ergebnis seit der Rückkehr in die Formel 1 vor drei Jahren.

Resultate und WM-Stand:

Sakhir. Grand Prix von Bahrain (57 Runden à 5,412 km/308,238 km): 1. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 1:32:01,940 (200,954 km/h). 2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 0,699. 3. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 6,512. 4. Pierre Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda, 62,234. 5. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 75,046. 6. Nico Hülkenberg (GER), Renault, 99,024. 7. eine Runde zurück: Fernando Alonso (ESP), McLaren-Renault. 8. Stoffel Vandoorne (BEL), McLaren-Renault. 9. Marcus Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. 10. Esteban Ocon (FRA), Force India-Mercedes. 11. Carlos Sainz (ESP), Renault. 12. Charles Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. 13. Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari. 14. Lance Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 15. Sergej Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes. 16.* Sergio Perez (MEX), Force India-Mercedes. 17.* Brendon Hartley (NZL), Toro Rosso-Honda. - 20 Fahrer gestartet, 17 klassiert und am Ziel. - * = 30-Sekunden-Strafen. - Schnellste Runde: Bottas (22.) mit 1:33,740 (207,840 km/h).

Ausfälle. Ricciardo (2. Runde): Elektrik. Verstappen (4.): Differentialgetriebe. Räikkönen (36.): Probleme beim Boxenstopp.

WM-Stand (2/21). Fahrer: 1. Vettel 50. 2. Hamilton 33. 3. Bottas 22. 4. Alonso 16. 5. Räikkönen 15. 6. Hülkenberg 14. 7. Gasly und Ricciardo, je 12. 9. Magnussen 10. 10. Verstappen 8. 11. Vandoorne 6. 12. Ericsson 2. 13. Sainz 1. 14. Ocon 1. - Teams: 1. Ferrari 65. 2. Mercedes 55. 3. McLaren-Renault 22. 4. Red Bull-Renault 20. 5. Renault 15. 6. Toro Rosso-Honda 12. 7. Haas-Ferrari 10. 8. Alfa Romeo Sauber-Ferrari 2. 9. Force India-Mercedes 1.