Wohlen
Schon mit jungen Jahren stehen Joel und Jan ganz oben

Zwei Nachwuchstalente vom Motorsport-Club Wohlen sind SAM-Schweizer-Meister.

Toni Widmer
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Joel Sandmeier und Jan Müller sind dieses Jahr Schweizer Meister geworden.

Joel Sandmeier und Jan Müller sind dieses Jahr Schweizer Meister geworden.

Toni Widmer

Der 22-jährige Joel Sandmeier aus Bettwil und der 16-jährige Jan Müller aus Tennwil – beide sind Mitglied im Motorsport-Club Wohlen – haben eine erfolgreiche Saison als Motocross-Fahrer hinter sich. Joel liess in der Kategorie SAM Masters MX1 sämtliche Konkurrenten hinter sich und wurde erstmals Schweizer Meister. Jan zeigte beim SAM-Nachwuchs den Gegnern in den Rennen meist seine Kehrseite und stand am Schluss ebenfalls zuoberst auf dem Treppchen. Ein grosser Erfolg für die jungen Motocross-Talente, die diesen Sport schon seit Jahren ausüben.

Joel Sandmeier hat mit fünf Jahren angefangen und bereits einmal Meisterluft geschnuppert. Er wurde Vizemeister in der Kategorie 50 ccm. Jan Müller dreht rennmässig am Gasgriff, seit er vier Jahre alt ist. In der SJMCC-Meisterschaft Kategorie 65 ccm ist er bereits einmal Meister geworden, in der Kategorie 85 ccm hat es ihm mit einem zweiten Platz in der Schlussabrechnung ebenfalls aufs Treppchen gereicht.

Vater in der Szene bekannt

Seine Erfolge freuen insbesondere seinen Vater und Förderer: Hugo Müller ist als ehemaliger Seitenwagen-Schweizer-Meister (1977 mit «Plampi» Jörg Wenger) sowie langjähriger Rennleiter und OK-Präsident des Motocross Wohlen in der Szene bestens bekannt.

Auch Joel wird von seinem Vater gecoacht. Beat Sandmeier, der Werkmeister der Gemeinde Fahrwangen, sorgt zusammen mit Spezialisten dafür, dass der Töff immer gut läuft. Der 22-jährige Sohn hat in den vergangenen Jahren hart um den Anschluss an die Spitze gekämpft. Den Durchbruch hat jetzt eine Operation seiner Unterarme gebracht: «Weil ich immer Muskelkrämpfe bekommen habe, konnte ich kaum ein Rennen ganz durchstehen. Jetzt ist das deutlich besser geworden», erklärt er. Für den Titel mit ausschlaggebend sei aber auch das intensivierte Konditionstraining gewesen.

Jan pflichtet seinem älteren Kollegen bei: «Wir besuchen beide regelmässig das Training beim MSC Wohlen. Das bringt sehr viel; ohne Kondition nützt der schnellste Töff nicht viel.»

Fahrtraining nur im Ausland

Auf dem Töff üben können die beiden Sportler nur im Ausland. In der Schweiz gibt es keine Trainingsstrecken. Das belastet das knappe Budget zusätzlich. Joel und Jan werden nicht nur finanziell, sondern auch an den Rennen stark von ihren Familien unterstützt. Damit sie überhaupt Motocross fahren können, braucht es auch Sponsoren. Die beiden dürfen auf die Grosszügigkeit verschiedener Firmen zählen und sind dafür sehr dankbar «Wir sind um jeden Franken froh», betonen sie.

«Den Titel verteidigen», nennt Joel Sandmeier als Ziel für die neue Saison. Er hat einen Leistungsvertrag mit Honda Eberle in Aussicht und will 2017 auch einige EM-Läufe in der SAM-Meisterschaft bestreiten. Jan wechselt von den 125ern zu den 250ern und fährt nächstes Jahr erstmals in der Kategorie SAM MX2. Er will sich in diesem starken Feld rasch etablieren. Wenn möglich im ersten Drittel der Rangliste.