Formel 1
Rosberg gewinnt erneut in Monaco – Sauber-Fahrer holen keine Punkte

Vorjahressieger Nico Rosberg hat im brisantesten Rennen des Jahres seinen Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton düpiert und mit dem Sieg in seiner Wahlheimat Monaco die WM-Führung zurückerobert. Die Sauber-Fahrer blieben ohne Punkte.

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Nico Rosberg gewinnt erneut in Monte Carlo.

Nico Rosberg gewinnt erneut in Monte Carlo.

Keystone

Nico Rosberg hat mit einem Start-Ziel-Sieg beim GP von Monaco seinem Mercedes-Teamrivalen Lewis Hamilton die WM-Führung wieder entrissen und führt jetzt mit 122:118-Punkten. Das Sauber-Team beklagte zum dritten Mal in diesem Jahr einen Doppel-Ausfall.

Im Qualifying hatte sich Vorjahressieger Rosberg seine 6. Pole-Position mit einem (unbestraften) Verbremser gesichert, der verhinderte, dass die Konkurrenten am Schluss wegen der gelben Flaggen ihre Zeiten noch verbessern konnten. Wie wichtig der beste Startplatz im 3,34 km langen Strassenlabyrinth in Monte Carlo ist, bewies auch das gestrige Rennen.

Endstand GP Monaco

1, Großer Preis von Monaco, 6. von 19 Läufen zur Weltmeisterschaft, Endstand nach 78 Runden (260,520 km): 1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:49:27,661 Stunden (142,801 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit), 2. Lewis Hamilton (England) Mercedes 0:09,210 Minuten zurück, 3. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault 0:09,614, 4. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 0:32,452, eine Runde zurück: 5. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes, 6. Jenson Button (England) McLaren-Mercedes, 7. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes, 8. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus-Renault, 9. Jules Bianchi (Frankreich) Marussia-Ferrari, 10. Kevin Magnussen (Dänemark) McLaren-Mercedes, 11. Marcus Ericsson (Schweden) Caterham-Renault, 12. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari, drei Runden zurück: 13. Kamui Koboyashi (Japan) Caterham-Renault, 14. Max Chilton (England) Marussia-Ferrari

ausgefallen: Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault, Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes, Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes, Daniil Kwjat (Russland) Toro-Rosso-Renault, Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus-Renault, Esteban Gutierrez (Mexiko) Sauber-Ferrari, Adrian Sutil (Gräfelfing) Sauber-Ferrari, Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro-Rosso-Renault

schnellste Rennrunde: Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari in 1:18:479 (75. Runde)

Der Blondschopf war in keiner Phase gross gefährdet, von seinem Teamrivalen, der über Nicos Samstag-Manöver immer noch sauer ist, überholt zu werden. Im Gegenteil: Der Brite, 2008 Weltmeister mit McLaren, musste am Ende der 78 Runden gar aufpassen, dass nicht noch Daniel Ricciardo im Red Bull-Renault den fünften Mercedes-Doppelsieg in Serie verhinderte.

Auf den letzten Runden störte Hamilton "irgendetwas an meinem linken Auge", so dass er bis ins Ziel noch über neun Sekunden auf Rosberg verlor. Ricciardo überquerte die Ziellinie nur gerade mit 0,404 Sekunden Rückstand. Der Australier löste damit in der WM Teamkollege Sebastian Vettel auf Rang 4 ab. Für den vierfachen Weltmeister und Wahlschweizer war sein 100. GP für Red Bull schon nach sieben Runden gelaufen: Aufgabe wegen fehlendem Ladedruck, Titelverteidigung mit jetzt 77 Punkten Rückstand auf Rosberg in weite Ferne gerückt.

Debakel für das Sauber-Team

Statt erstmals in dieser Saison in die WM-Punkte zu fahren, setzte es für das Hinwiler Sauber-Team selbst verschuldet ein Debakel ab: In der 25. Runde konnte der Deutsche Adrian Sutil seinen C33 ausgangs des Tunnels nicht mehr kontrollieren, donnerte in die Leitplanken und musste das Auto in der Hafenschikane an jenem Ort stehen lassen, wo 1994 Sauber-Fahrer Karl Wendlinger schwer verunglückt war.

Im letzten Drittel des Rennens sah sich aber plötzlich Teamkollege Esteban Gutierrez an 8. Stelle, die er relativ sicher gegen die Konkurrenz verteidigen konnte. Für den Mexikaner lagen damit nicht nur die ersten vier WM-Punkte auf dem Silbertablett, sondern nach dem Ausfall von Valtteri Bottas (Fi, Williams) und dem Zwischenfall von Kevin Magnussen (Dä, McLaren) hätten es gar acht sein können.

Ausgangs Rascasse-Kurve schlug Gutierrez, der zuvor wegen "ungenauer Einnahme der Startposition" mit einer fünfsekündigen Stop-and-Go-Strafe belegt worden war, wegen eines Konzentrationsfehlers mit dem rechten Hinterreifen an den Leitplanken an - das Aus. Doppelt bitter für den Hinwiler Rennstall: Ausgerechnet das finanziell schwer angeschlagene Marussia-Team erbte dank des 9. Ranges vom Franzosen Jules Bianchi zwei WM-Punkte, die ersten seit dem Einsieg in die Formel 1 im Jahr 2010.

Es hätten sogar doppelt so viele werden können, wenn Bianchi die gleiche Strafe, die Gutierrez erhalten hatte, nicht während einer der zwei Safety-Car-Phasen abgesessen hätte. Das ist unzulässig und dem Franzosen, der als Achter durchs Ziel gefahren war, wurden fünf Sekunden aufgebrummt.

Für die erste Safety-Car-Phase war Sergio Perez im Force India-Mercedes verantwortlich, der nach einem Crash mit Jenson Button (McLaren-Mercedes) schon in der 1. Runde ausschied. Die zweite löste Adrian Sutil mit seinem Crash aus, was Kimi Räikkönen zum Verhängnis wurde. Der Ferrari-Pilot fiel vom dritten auf den letzten Platz zurück und musste sich trotz der schnellsten Rennrunde kurz vor Schluss mit Rang 12 begnügen.

Stand Fahrer- und Teamwertung nach Monaco

Fahrerwertung:

1. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 122

2. Lewis Hamilton (England) Mercedes 118

3. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 61

4. Daniel Ricciardo (Australien) Red-Bull-Renault 54

5. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force-India-Mercedes 47

6. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red-Bull-Renault 45

7. Valtteri Bottas (Finnland) Williams-Mercedes 34

8. Jenson Button (England) McLaren-Mercedes 31

9. Kevin Magnussen (Dänemark) McLaren-Mercedes 21

10. Sergio Perez (Mexiko) Force-India-Mercedes 20

11. Felipe Massa (Brasilien) Williams-Mercedes 18

12. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 17

13. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus-Renault 8

14. Daniil Kwjat (Russland) Toro-Rosso-Renault 4

15. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro-Rosso-Renault 4

16. Jules Bianchi (Frankreich) Marussia-Ferrari 2


Bei Punktgleichheit werden für die Ermittlung der jeweiligen Platzierung die besten Einzelresultate hinzugezogen.

Teamwertung:

1. Mercedes 240

2. Red-Bull-Renault 99

3. Ferrari 78

4. Force-India-Mercedes 67

5. McLaren-Mercedes 52

6. Williams-Mercedes 52

7. Lotus-Renault 8

8. Toro-Rosso-Renault 8

9. Marussia-Ferrari 2