Formel 1
Neue Betreibungen gegen Sauber, Max Mosley warnt vor Kollaps

Der Formel-1-Rennstall Sauber ist trotz aller öffentlicher Verkündungen noch lange nicht gerettet. Zwar hatte Sauber Mitte August mitgeteilt, dass von den neuen russischen Partnern erste Zahlungen erfolgt seien. Doch die Gläubiger haben nichts davon.

Drucken
Peter Sauber

Peter Sauber

Keystone

Am Hauptsitz in Hinwil treffen offenbar laufend neue Zahlungsbefehle gegen die Firma Sauber Motorsport AG ein. Seit die «Handelszeitung» Anfang Juli bekannt machte, haben 19 neue Gläubiger die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Zudem sind neue Forderungen eingegangen. Die neuen Gläubiger fordern laut dem Wirtschaftsblatt zusammen eine Viertelmillion Franken. Von den bisherigen Gläubigern wurden nur deren vier befriedigt. Ihre Namen sind aus dem Betreibungsregisterauszug verschwunden.

Formel 1 vor Rückkehr nach Mexiko

Die Formel 1 kehrt in der kommenden Saison womöglich nach Mexiko zurück. Die Königsklasse des Motorsports trat letztmals 1992 in Mexiko-City an. Damals gewann der Brite Nigel Mansell. Insgesamt fanden in dem mittelamerikanischen Land 15 Grand Prix statt. Im Entwurf wird auch der Grosse Preis von Russland in der Olympiastadt Sotschi aufgeführt. Dagegen fehlt erneut das Stadtrennen in New York, das ursprünglich schon in dieser Saison hätte stattfinden sollen. Der Entscheid über den WM-Kalender fällt aber erst bei der Sitzung des Motorsport-Weltrats des Internationalen Automobil-Verbandes FIA Ende September in Kroatien. (si)

Ein Sprecher von Sauber sagt: «Wir haben kommuniziert, dass wir uns in einer anspruchsvollen Situation befinden.» Der Auszug aus dem Betreibungsregister listet 43 Betreibungen auf. Gleichzeitig betont der Sauber-Sprecher, es sei nie vorgesehen gewesen, dass die russischen Partner «Anteile am Unternehmen erstehen». Bei «so einer Partnerschaft» gehe es darum, dass Sauber russische Sponsoren gewinnen» möchte.

Max Mosley warnt vor Kollaps

Der frühere Vorsitzende des Weltautomobil-Verbands (FIA), Max Mosley, hat Anfang September vor dem Kollaps der Königsklasse gewarnt. «Weit mehr als die Hälfte aller Formel-1-Teams stecken in finanziellen Schwierigkeiten», sagte er in einem Interview der «Welt am Sonntag». Drei Teams befinden sich in derselben Lage wie Sauber, drei weitere gelten als angeschlagen. Solide stehen einzig Ferrari, Mercedes sowie Red Bull und Toro Rosso da. Die einzig sinnvolle Lösung sei daher «eine verbindliche Ausgabengrenze für alle Teams – egal, ob gross oder klein», fordert Mosley.

Hülkenbergs Zukunft ungewiss

Die Zukunft von Sauber-Pilot Nico Hülkenberg ist derweil weiter ungewiss. Zuletzt wurde der Deutsche häufig mit Ferrari in Verbindung gebracht. Gerne wäre der 26-Jährige auch der neue Teamkollege von Weltmeister Sebastian Vettel geworden. Doch das freie Red-Bull-Cockpit wurde für die neue Saison mit Daniel Ricciardo (Toro Rosso) besetzt. (sda/afr)

Aktuelle Nachrichten