Moto 2
Lüthi und Aegerter: Reden statt rasen

Motorrad Der Wind hat Regenwolken über Jerez getrieben und bei den ersten gemeinsamen Tests eine interessante Programmänderung für Dominique Aegerter (24) und Tom Lüthi (28) provoziert.

Klaus Zaugg
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Tom Lüthi erstmals auf einem Kalex-Motorrad.

Tom Lüthi erstmals auf einem Kalex-Motorrad.

Es ist Mittwoch, der 12. November 2014. Das Staatsfernsehen hat einen Reporter nach Jerez de La Frontera entsandt. SRF-Spezialist Marco Felder ist von Zürich via Barcelona nach Jerez geflogen, um den historischen Moment einzufangen und einen Beitrag für «Sport aktuell» von heute Abend zu produzieren. An diesem Mittwoch, dem 12. November 2014, hat eine neue Ära im Schweizer Motorradrennsport begonnen.

Wir sind im Süden von Spanien. 21 Piloten der Moto2-Klasse sind nach dem letzten Saisonrennen vom vorangegangenen Wochenende in Valencia nun 700 Kilometer südwestlich nach Jerez gereist. Um hier drei Tage lang, vom Mittwoch bis heute Freitag, zu testen. Für Dominique Aegerter und Tom Lüthi ist es nicht der Saisonabschluss. Sondern der Start in eine neue Ära. Erstmals fahren die beiden Schweizer Siegfahrer hier in Jerez im gleichen Team (dazu gehört auch Nachwuchsfahrer Robin Mulhauser). Alle drei haben an diesem 12. November 2015 ihr neues Motorrad erhalten. Sie steigen vom Schweizer Fabrikat Suter auf die deutsche Kalex um.

Wetter verhinderte Fahrten

Die Maschinen sind bei diesen historischen ersten Tests noch schwarz. Ohne Sponsorenaufkleber. Die werden erst im Laufe des Winters fabriziert.
Die am ersten Tag erzielten Rundenzeiten (Tom Lüthi 4. in 1:43,470, Aegerter 14. in 1:44,653, Mulhauser 19. in 1:45,519) werden am zweiten und dritten Tag nicht mehr erreicht. Der Wind treibt Regenwolken über Jerez. Dominique Aegerter und Tom Lüthi sind gestern keinen Meter gefahren und bleiben auch heute in der Box. Es sind gar Regenstürme angekündigt. Und das schlechte Wetter hat eine interessante Programmänderung provoziert.

Miteinander reden anstatt gegeneinander rasen. Teammanager Fred Corminboeuf hat die erzwungene fahrerische Untätigkeit genutzt, um seinen Piloten schon mal die «Hausordnung» für die nächste Saison zu erläutern. Dominique Aegerter wird seine Box wie bisher mit Robin Mulhauser teilen. Tom Lüthi bekommt eine separate Box zugeteilt, die er bei jedem GP mit einem anderen, fremden Fahrer teilen muss. Die beiden Alphatiere werden also nicht im gleichen Käfig gehalten.

Wetter verhindert Vergleich

Weil so wenig gefahren werden konnte, werden wir erst im nächsten Frühjahr wissen, ob die Kalex besser ist als die Sutter. Tom Lüthi brauchte zwar nur ein paar Runden, um seine schnellste Zeit zu fahren. «Aber dann zeigten sich bald die gleichen Probleme mit dem Hinterrad wie bei der Suter.» Dominique Aegerter, ohnehin kein Testpilot, konstatiert eine hohe Stabilität des Vorderrades. «Das hilft beim Bremsen. Aber sonst kann ich noch nicht viel sagen, ich muss die Maschine erst kennen lernen.»

Tom Lüthi und Dominique Aegerter haben sich während der vom Wetter provozierten Untätigkeit sehr gut verstanden. Der Ernst des Lebens ist noch weit weg. Diese Harmonie hält nun mindestens bis zu den nächsten Tests im Februar an.

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