Formel 1
Leclerc nach Wechsel mit Kampfansage: «Der WM-Titel ist mein Ziel»

Charles Leclerc ist eines der grössten Talente im Motorsport, im kommenden Jahr darf er Sebastian Vettel herausfordern – und hat direkt mal eine Kampfansage losgelassen.

Thomas Weitekamp
Drucken
Teilen
Charles Leclerc weiss was er will.

Charles Leclerc weiss was er will.

Keystone

Charles Leclerc sitzt erst in sechs Monaten in einem Ferrari. Seine erste Kampfansage an Sebastian Vettel hat er aber jetzt schon gesendet. «Mit dem aktuellen Ferrari kann man Weltmeister werden», sagte der 20-Jährige am Donnerstag im Plauderton: «Wenn das im nächsten Jahr auch so ist, dann ist der Titel mein Ziel.»

Der Wechsel des Rookies von Sauber zur Scuderia ist seit Dienstag offiziell, und Leclerc hat keine Lust auf falsche Bescheidenheit: «Mein Ziel ist immer das beste Ergebnis, das mit meinem Auto möglich ist.» Fahrer A und Fahrer B werde es dabei nicht geben, «beide Piloten fangen bei null an.»

Charles Leclerc unterwegs auf der Rennstrecke von Monaco.
11 Bilder
Saubers Formel-1-Neuling Charles Leclerc in Monaco
Charles Leclerc in Monaco.
Charles Leclerc
 epa06757746 Monaco's Formula One driver Charles Leclerc of the Sauber F1 Team speaks during a press conference at Monte Carlo circuit in Monaco, 23 May 2018. The 2018 Formula One Grand Prix of Monaco will take place on 27 May 2018. EPA/YOAN VALAT
 Sauber driver Charles Leclerc of Monaco wears a special helmet as tribute to Jules Bianchi during the second free practice at the Monaco racetrack, in Monaco, Thursday, May 24, 2018. The Formula one race will be held on Sunday. (AP Photo/Luca Bruno)
Charles Leclerc in Monaco   

Charles Leclerc unterwegs auf der Rennstrecke von Monaco.

VALDRIN XHEMAJ

Und es wird Leclerc durchaus zugetraut, neben Vettel eine gute Rolle zu spielen. 2016 hatte die Scuderia ihn als Teenager in ihre Driver Academy aufgenommen. Im selben Jahr gewann Leclerc die GP3-Meisterschaft, es folgte der Aufstieg in die Formel 2 und der nächste Titelgewinn als Rookie. Auch in der Formel 1 fuhr er mit dem eigentlich unterlegenen Sauber in Qualifyings und Rennen schon beeindruckende Resultate ein – daher die Beförderung.

Für Ferrari ist das ein durchaus ungewöhnlicher Schritt, in Maranello war man daher vorsichtig. Leclerc bekam zunächst nur einen Vertrag für die kommende Saison, er muss sich sofort bewähren.

«Ich komme nicht zu Ferrari, um zu lernen», sagt er, «das soll ich in diesem Jahr bei Sauber machen. Im nächsten muss ich liefern.» Druck verspüre er deshalb allerdings nicht: «Ich glaube, wenn ich meinen Job richtig mache, dann werden die Ergebnisse kommen.»

Vater und Bianchi als Vorbilder

So selbstbewusst Leclercs Aussagen allerdings sind, so bodenständig wirkt er dabei. Eine Mischung, so sagt er, die ihm seine zwei verstorbenen Vorbilder vermittelt haben: sein Vater Herve Leclerc – und Jules Bianchi, der selbst vor vier Jahren auf dem Sprung zu Ferrari stand, bevor ihn ein Unfall beim Grossen Preis von Japan aus dem Leben riss.

«Mein Vater und Jules haben mich immer gelehrt, mit den Beinen auf dem Boden zu bleiben und gleichzeitig nach mehr zu streben», sagt er: «Ich denke, wenn sie jetzt zu mir herunterschauen, dann tun sie das mit Stolz.»

Kimi Räikkönen
9 Bilder
Bei Ferrari fuhr er zusammen mit Sebastian Vettel.
Räikkönen war der bisher letzte Ferrari-Weltmeister. 2007 sicherte er sich den Titel.
Nun kehrt der Finne dahin zurück, wo für ihn alles begann.
2001 gab er als 20-Jähriger sein Debüt bei Sauber.
Er war damals noch ein Rookie, fuhr aber bereits in der ersten Saison gute Resultate ein.
Nach dem vierten Platz im GP Österreich von 2001 wird er von Nick Heidfeld mit Bier übergossen.
Kimi Räikkönen mit Michael Schuhmacher und Robert Kubica.
Räikkönens Nachfolger im Ferrari-Cockpit wird Charles Leclerc, der diese Saison noch für Sauber fährt.

Kimi Räikkönen

Keystone

Für Vettel bedeutet der Wechsel im kommenden Jahr eine neue Dynamik im Team. Seit 2015 fuhr er an der Seite seines Kumpels Kimi Räikkönen, den er meist im Griff hatte und der sich klaglos in die Rolle der Nummer zwei fügte. Ein junger Rivale, zudem ein Ferrari-Zögling, dürfte das Klima verändern.

«Er verdient es, zu uns zu kommen», sagt Vettel: «Er wird schon ein paar Jahre gefördert, und es ist schön zu sehen, dass man dann auch die Chance bekommt.» Und die geringe Erfahrung, glaubt Vettel, werde Leclerc nicht im Weg stehen. «Wenn man schnell und talentiert ist», sagt er, «dann spielt das Alter keine Rolle.» (SID)

Aktuelle Nachrichten