Formel 1

Hitze und Verstappen als Spielverderber für Mercedes?

Valtteri Bottas gelang im Mercedes mit der Nummer 77 im ersten Training für den GP von Spanien die Bestzeit

Valtteri Bottas gelang im Mercedes mit der Nummer 77 im ersten Training für den GP von Spanien die Bestzeit

Angesichts der Dominanz von Mercedes in der Formel 1 kann der WM-Titel heuer eigentlich nur über Lewis Hamilton oder Valtteri Bottas führen. Max Verstappen könnte jedoch zum Spielverderber werden.

Mit seinem Sieg am letzten Sonntag in Silverstone beendete Verstappen im Red Bull im fünften Rennen des Jahres die Siegesserie von Mercedes. Der Niederländer, der nur noch 30 Punkte hinter WM-Leader Hamilton liegt, nährte damit die Hoffnungen der Motorsportfans, doch noch eine spannende Corona-Notsaison zu erleben. Vor dem Grand Prix von Spanien in Montmeló stellt sich deshalb die Frage: War es nur ein einmaliger Ausrutscher von Mercedes oder kann sich Verstappen ernsthaft in den Titelkampf einmischen?

Die ersten Trainings auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya zeigten das gewohnte Bild. Mercedes dominierte das Geschehen nach Belieben. Am Vormittag fuhren Hamilton und Bottas sogar fast eine Sekunde schneller als die Konkurrenz. Ähnlich dürfte es auch am Samstag im Qualifying aussehen, wenn der sechsfache Weltmeister aus England seine vierte und der Finne seine dritte Pole-Position der Saison anstreben. Auch Verstappen war heuer in der Zeitenjagd um die besten Startpositionen für Mercedes keine Gefahr. Sein Rückstand auf Hamilton oder Bottas pendelte sich jeweils zwischen einer halben und einer Sekunde ein. Trotzdem war er in drei von fünf Fällen "Best of the Rest".

Trotz der Überlegenheit fürchtet man sich bei Mercedes auch in Spanien vor der Hitze, die sich bei den "schwarzen Silberpfeilen" in den beiden Rennen in Silverstone extrem negativ auf die Haltbarkeit der Reifen ausgewirkt hat. Auch an diesem Wochenende werden im Nordosten von Barcelona wieder Temperaturen von über 30 Grad erwartet.

Und vielleicht kommt es ja wie 2016, als Hamilton und Nico Rosberg nach einer teaminternen Kollision beide Mercedes-Autos aus der Entscheidung nahmen. Verstappen nutzte damals die Gunst der Stunde und avancierte im ersten Rennen nach seiner Beförderung von Toro Rosso zu Red Bull mit 18 Jahren und 228 Tagen zum jüngsten GP-Sieger in der Geschichte der Formel 1. Es ist bis heute auf der Winter-Teststrecke in Montmeló der einzige Sieg eines Nicht-Mercedes-Fahrers seit Beginn der Turbo-Hybrid-Ära vor sechs Jahren.

Alfa Romeo: Keine Wunderdinge zu erwarten

Von Alfa Romeo sind am dritten aufeinanderfolgenden Rennwochenende keine Wunderdinge zu erwarten. Die Fahrer des Zürcher Rennstalls landeten am Freitag zweimal auf den hinteren Plätzen. Für den Italiener Antonio Giovinazzi, der beim Saisonstart in Spielberg als Neunter die einzigen beiden WM-Punkte in dieser Saison für Alfa Romeo eingefahren hat, resultierten die Ränge 15 und 18. Sein finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen reihte sich als 16. und 17. ein. Aufhorchen lassen die Plätze 5 und 6 von Romain Grosjean. Der für Frankreich fahrende Genfer aus dem amerikanischen Team Haas wartet wie Räikkönen in dieser Saison noch auf die ersten WM-Punkte.

Montmeló (ESP). Grand Prix von Spanien. Freies Training. Erster Teil: 1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 1:16,785 (218,245 km/h). 2. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 0,039 zurück. 3. Max Verstappen (NED), Red Bull-Honda, 0,939. 4. Charles Leclerc (MON), Ferrari, 1,185. 5. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 1,196. 6. Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari 1,506. 7. Sergio Perez (MEX), Racing Point-Mercedes 1,686. 8. Alexander Albon (THA), Red Bull-Honda, 1,821. 9. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 1,835. 10. Lance Stroll (CAN), Racing Point-Mercedes, 1,858. Ferner: 15. Antonio Giovinazzi (ITA), Alfa Romeo-Ferrari, 2,132. 16. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Ferrari, 2,196. - 20 Fahrer im Training.

Zweiter Teil: 1. Hamilton 1:16,883 (217,967 km/h). 2. Bottas 0,287. 3. Verstappen 0,821. 4. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, 0,985. 5. Grosjean 1,250. 6. Leclerc 1,264. 7. Carlos Sainz (ESP), McLaren-Renault, 1,331. 8. Perez 1,410. 9. Esteban Ocon (FRA), Renault, 1,420. 10. Pierre Gasly (FRA), AlphaTauri-Honda, 1,429. Ferner: 12. Vettel 1,521. 17. Räikkönen 2,017. 18. Giovinazzi 2,081. - 20 Fahrer im Training.

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