Traditionell bringen die Teams viele Neuerungen an ihren Autos zum ersten Europa-Rennen nach Katalonien. Nicht neu war hingegen der Name, der nach der ersten und zweiten Übungseinheit bei Barcelona ganz oben im Klassement aufschien: Lewis Hamilton.

Der dreifache Saisonsieger verwies seinen Mercedes-Teamkollegen und WM-Leader Nico Rosberg um 0,449 Sekunden auf Platz 2. Dritter mit schon fast einer Sekunde Rückstand wurde Daniel Ricciardo im Red Bull-Renault vor dem Ferrari-Duo Fernando Alonso und Kimi Räikkönen.

Für Sauber gab es resultatmässig nicht derart grosse Fortschritte wie erhofft. In der kumulierten Zeitentabelle belegten Adrian Sutil und Esteban Gutierrez mit 2,7 und 3,5 Sekunden Rückstand auf Hamilton die Ränge 13 und 15. Der zeitliche Rückstand auf die Teams von Williams, Toro Rosso und Force India konnte indes verkleinert werden.

Eine Schrecksekunde gab es in der ersten Übungseinheit für Giedo van der Garde, der zum dritten Mal in Folge in seiner Funktion als Test- und Ersatzfahrer im Rahmen eines Grand-Prix-Wochenendes für Sauber im Einsatz war. Wegen eines Problems mit der Bremsscheibe wäre der Holländer beinahe in die Streckenbegrenzung gekracht.

Die beiden Sauber-Autos mit der Typenbezeichnung C33 waren erstmals mit einer deutlichen Gewichtsreduktion und wesentlichen aerodynamischen Änderungen unterwegs. Zum nach Katalonien gebrachten Entwicklungspaket des Hinwiler Rennstalls gehören unter anderem auch ein modifizierter Frontflügel und eine neue Motorabdeckung.

Einen denkbar schlechten Auftakt ins erste Rennwochenende in Europa erlebte Sebastian Vettel. Der vierfache Weltmeister musste den Red Bull-Renault wegen eines technischen Defekts am Morgen bereits nach weniger als einer halben Stunde und nur vier absolvierten Runden ausrollen lassen. Die Elektronik habe sich komplett heruntergefahren, berichtete Red Bulls Teamchef Christian Horner. Zur zweiten Session am Nachmittag konnte Vettel nicht antreten.

Das Grand-Prix-Wochenende in Spanien gilt als wegweisend für den Rest der Formel-1-WM 2014. Der Circuit vor den Toren Barcelonas bietet einen guten Referenzpunkt, um die Performance des eigenen Autos im Vergleich zur Konkurrenz einzuschätzen. Die 1991 eröffnete Rennstrecke ist dank seiner schnellen Kurven vor allem für Aerodynamik-Tests prädestiniert. In Formel-1-Kreisen gilt deshalb: Wer hier schnell ist, dürfte auch auf den meisten anderen Strecken keine grossen Probleme mit der Geschwindigkeit haben. Insofern kann das erste Rennen in Europa durchaus als zweiter Saisonstart gesehen werden.

Montmeló. Grand Prix von Spanien. Freies Training. Erster Teil: 1. Lewis Hamilton (Gb), Mercedes, 1:27,023. 2. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes, 0,868 Sekunden zurück. 3. Daniel Ricciardo (Au), Red Bull-Renault, 0,950. 4. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 1,105. 5. Nico Rosberg (De), Mercedes, 1,145. 6. Kimi Räikkönen (Fi), Ferrari, 1,314. 7. Kevin Magnussen (Dä), McLaren-Mercedes, 1,400. 8. Pastor Maldonado (Ven), Lotus-Renault, 1,721. 9. Sergio Perez (Mex), Force India-Mercedes, 1,756. 10. Felipe Massa (Br), Williams-Mercedes, 1,768. 11. Daniil Kwjat (Russ), Toro Rosso-Renault, 1,769. 12. Nico Hülkenberg (De), Force India-Mercedes, 1,805. 13. Jean-Eric Vergne (Fr), Toro Rosso-Renault, 1,836. 14.* Felipe Nasr (Br), Williams-Mercedes, 2,249. 15. Adrian Sutil (De), Sauber-Ferrari, 2,665. 16. Jules Bianchi (Fr), Marussia-Ferrari, 2,797. 17. Romain Grosjean (Fr/Sz), Lotus-Renault, 2,921. 18.* Giedo van der Garde (Ho), Sauber-Ferrari, 3,417. 19. Max Chilton (Gb), Marussia-Ferrari, 3,725. 20. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 3,919. 21. Kamui Kobayashi (Jap), Caterham-Renault, 3,974. 22. Marcus Ericsson (Sd), Caterham-Renault, 4,398. - * = Testfahrer. - 22 Fahrer im Training.

Zweiter Teil: 1. Hamilton 1:25,524. 2. Rosberg 0,449. 3. Ricciardo 0,985. 4. Alonso 1,597. 5. Räikkönen 1,772. 6. Magnussen 2,264. 7. Button 2,287. 8. Massa 2,300. 9. Maldonado 2,342. 10. Kwjat 2,525. 11. Hülkenberg 2,550. 12. Vergne 2,722. 13. Sutil 2,760. 14. Valtteri Bottas (Fi), Williams-Mercedes, 3,174. 15. Esteban Gutierrez (Mex), Sauber-Ferrari, 3,581. 16. Perez 3,605. 17. Grosjean 3,969. 18. Bianchi 4,467. 19. Chilton 5,624. 20. Kobayashi 5,814. 21. Ericsson 6,062. - 21 Fahrer im Training. - Nicht gestartet: Vettel (technische Probleme).