Formel 1

Formel 1-Boss Ecclestone: «Die Leute wollen Vettel verlieren sehen»

Der grosse, greise Mann der Königsklasse glaubt, dass viele Fans schadenfroh auf die Probleme am neuen Red-Bull Renault von Sebastian Vettel blicken. Vettels Dominanz raube dem Sport die Spannung.

Das Warten hat ein Ende: Nächste Woche beginnt nach 4 langen Monaten Winterpause die neue Formel 1 Saison. Endlich, sagen sich alle Motorsport-Liebhaber. Doch ginge es nach Titelverteidiger Sebastian Vettel und dessen Team Red Bull Renault, die Pause dürfte getrost noch etwas länger dauern. «Der Saisonauftakt kommt für uns mindestens zwei Monate zu früh», gibt Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko offen zu.

Ziel: «Ankommen«

Der Weltmeister und seine Red Bull Ingenieure scheinen die letzten Monate Winterschlaf gehalten zu haben, statt an der Zuverlässigkeit und Konkurrenzfähigkeit des neuen Boliden zu feilen. Dies auf jeden Fall lassen die Testergebnisse kurz vor Saisonbeginn vermuten. Ohne gravierende Probleme kam Vettels Diva – seine Autos sind traditionell weiblich – kaum mehr als ein paar Meter aus der Boxengasse heraus. Kaputte Batterien, explodierende Bremsscheiben, rauchende Motoren. Die Hiobsbotschaften bei Getränkedosen-Team folgten Schlag auf Schlag und waren so mannigfaltig wie zahlreich.

Zum Vergleich: Mercedes drehte bei den drei offiziellen Testfahrten 975 Runden, Ferrari 875 und Red Bull lächerliche 316. Folglich konnte der Titelverteidiger viel weniger aufschlussreiche Daten sammeln als die anderen Spitzenteams. Deshalb steht der viermalige Weltmeister nun vor der Herausforderung, in einem anscheinend nicht konkurrenzfähigen Auto eine Saison beginnen zu müssen. Entsprechend bescheiden formuliert er seine Ziele: «Zunächst einmal wollen wir ins Ziel kommen. Das wäre schon ein schöner Erfolg».

Schadenfreude der Fans?

Das Straucheln des Überfliegers der letzten Jahre freut natürlich die Konkurrenz. Und – die Fans. Auf jeden Fall wenn man der mittlerweile 83-jährigen Formel 1-Eminenz Bernie Ecclestone glauben schenkt. Dieser liess gestern am Rande seines Prozesses – der Brite ist wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung angeklagt – verlauten, dass «viele Vettel verlieren sehen» wollen. Aus Schadenfreude und «weil es dann endlich wieder spannend würde».

Dennoch hütet man sich bei der Konkurrenz den amtierenden Champion trotz dessen aktueller Probleme zu unterschätzen. «Die darf man niemals abschreiben», sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Es wird Zeit, dass am übernächstes Wochenende die Motoren wieder aufheulen. Wenn sie dies aufgrund des geänderten Reglements nun leiser tun werden. Doch am Sonntag, den 16. März herrscht Klarheit. Ob Vettel und Red Bull Renault doch ein wenig geblufft haben. Oder ob sich die Fans tatsächlich dauerhaft auf neue Fahrer auf der obersten Podest-Stufe freuen dürfen.

Spannung in der revolutionierten Königsklasse des Motorsports ist auf jeden Fall garantiert.

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