Formel 1

Ferrari dementiert angeblich perfekten Vettel-Wechsel

Ferrari oder nicht? Sebastian Vettel blickt in die Zukunft.

Ferrari oder nicht? Sebastian Vettel blickt in die Zukunft.

Ein Tweet aus einem gefälschten Ferrari-Profil hatte einen wahren Sturm im Wasserglas erzeugt. Verschiedene Medien hatten danach gemeldet, dass der seit Wochen als sicher geltende Wechsel von Vettel zu Ferrari vollzogen sei.

Sebastian Vettel und Red Bull gehen nach diesem Wochenende getrennte Wege. Perfekt ist der Wechsel zu Ferrari aber noch immer nicht - trotz eines Sturms im Wasserglas am Mittwoch.

Wie angespannt die Formel-1-Szene auf den Wechsel des Jahres wartet, bekamen alle am Mittwoch vor Augen geführt. Am frühen Nachmittag deutscher Zeit überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Zahlreiche Medien vermeldeten den Wechsel von Sebastian Vettel zu Ferrari als perfekt, obwohl es doch in der Hängepartie zwischen Red Bull und der Scuderia rein gar nichts Neues zu vermelden gab. Ein Tweet aus einem gefälschten Ferrari-Profil hatte einen wahren Sturm im Wasserglas erzeugt.

Vettel, aber vor allem seine Fans sitzen auch vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi weiter zwischen den Stühlen. Mit ein bisschen Wehmut, vor allem aber Erleichterung wird er in seine letzten Tage bei Red Bull gehen. Nach vier gemeinsamen Titeln zeigte die Beziehung schon früh in der Saison nie gekannte Risse, die letztlich nicht mehr zu kitten waren. Seit Oktober steht Vettels Abgang fest, am Sonntag wird der Heppenheimer zum letzten Mal in seine zickige Suzie steigen.

"Das letzte Rennen wird sicher komisch werden und sehr emotional", sagte Vettel im Gespräch mit Auto Bild Motorsport. Bevor dann das Kapitel Ferrari für ihn beginnt, will der viermalige Champion an diesem für ihn so besonderen Ort aber noch einmal ein bisschen Geschichte schreiben.

"Ich habe sehr besondere Erinnerungen an Abu Dhabi, hier bin ich 2010 zum ersten Mal Weltmeister geworden in meinem Lieblingsauto, dem RB6. Dieses Wochenende werde ich nie vergessen. Das diesjährige Rennen wird ein weiterer großer Moment in meiner Karriere: mein letztes Rennen mit Red Bull", sagt Vettel: "Natürlich wird es emotional, weil wir großartige Erinnerungen teilen, aber ich werde das Wochenende mit dem Team genießen, und mit ein bisschen Glück schaffen wir es vielleicht ein letztes Mal aufs Podium."

Von seinem möglichen 40. Karrieresieg mag selbst Vettel angesichts der Überlegenheit von Mercedes nicht träumen. Im Titel-Thriller der Silberpfeile zwischen dem WM-Führenden Engländer Lewis Hamilton und Verfolger Nico Rosberg (Wiesbaden) dürfte Vettel kaum ein Faktor werden, zu weit weg vor ihm spielt sich die Musik ab.

Einen Wunsch-Nachfolger hat Vettel übrigens nicht. "Beide verdienen den Titel. Lewis hat mehr Rennen gewonnen als Nico, aber Nico fuhr sehr konstant und clever. Beide sind unterschiedliche Fahrertypen, beide haben aber einen sehr guten Job gemacht in diesem Jahr", sagte Vettel in Sport Bild Plus.

Was man von Vettel beim nüchternen Blick auf die Statistik nicht behaupten kann. Nach einem Jahr voller Pleiten, Pech und Pannen, in dem er sogar über einen Rücktritt nachdachte ("Was hat das noch mit Rennfahren zu tun?"), liegt der Heppenheimer nicht nur meilenweit hinter den Silberpfeilen, sondern auch deutlich hinter seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo (Australien), der mit seinen drei Saisonsiegen als einziger die Mercedes-Phalanx durchbrach und die Red-Bull-Fahne hoch hielt. Für Vettel (159 Punkte) geht es in Abu Dhabi, wenn überhaupt, einzig darum, Rang vier gegen Ferrari-Star Fernando Alonso (Spanien/157) und Williams-Pilot Valtteri Bottas (Finnland/156) zu verteidigen.

Apropos Alonso: Der stolze Spanier hat sich immer noch nicht oder nur sehr kryptisch zu seiner Zukunft geäußert, was bedeutet, dass Vettels Wechsel zu Ferrari weiterhin nicht verkündet wird. Zwar pfeifen es die Spatzen seit Wochen von den Radkästen, doch noch muss Vettel warten, bis er ganz offiziell das Erbe von Michael Schumacher antritt.

Für ihn selbst soll bei der Scuderia wie damals für Schumacher eine neue Zeitrechnung beginnen. Zwar weiß auch er, dass vor allem im ersten Jahr angesichts des Rückstands der Italiener kaum Hoffnung auf große Erfolge besteht, doch viele Tränen wird er Red Bull trotzdem nicht nachweinen. "Ich werde mein Team vermissen, bin aber zuversichtlich, dass ich in der Zukunft wieder bessere Jahre habe", sagte Vettel.

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