Formel 1

Duell Vettel gegen Alonso: Das ist die neue Strecke von Austin

John Mojica bei den letzten Malerarbeiten auf dem neuen Formel-1-Kurs in Austin. David J. Phillip/key

John Mojica bei den letzten Malerarbeiten auf dem neuen Formel-1-Kurs in Austin. David J. Phillip/key

Neue Strecke, neues Glück: Ab heute macht die Formel 1 erstmals seit 2007 und dem GP in Indianapolis wieder in den USA halt. In Austin steht der zweitletzte Grand Prix der Saison auf dem Programm.

Um den neuen «Circuit of the Americas» gab es in den letzten Monaten viel Lärm. Erst als GP-Promotor Tavo Hellmund in die Wüste geschickt wurde, ging es vorwärts. Die neuen Streckenbosse überzeugten Bernie Ecclestone. Anfang Dezember 2011 erteilte der Formel-1-Chef den Veranstaltern grünes Licht.

Für den Bau der Strecke in der Nähe der Universitätsstadt Austin, der dreizehntgrössten Stadt der USA, war einmal mehr Hermann Tilke verantwortlich. Wie in Bahrain, Abu Dhabi, Indien oder Korea. Der Rundkurs, der innert 18 Monaten für 400 Millionen Dollar aus dem Boden gestampft wurde, liegt in einem hügeligen Gebiet. Die Anlage und die Streckenführung mit herrlichen Berg- und Talpassagen ist ein Knaller. Die Piloten sind begeistert. Die letzte Schicht wurde erst letzte Woche asphaltiert.

Das ist die neue Formel 1-Strecke in Austin (Texas)

Rennleiter Charlie Whiting ist begeistert: «Die Jungs haben fantastische Arbeit abgeliefert. Der Bau wurde nach höchsten Qualitäts-Standards durchgeführt, genau wie wir es von der FIA erwartet haben. Es gibt absolut nichts zu bemängeln.» Doch Whiting gibt zu: «Alles war knapp.»

1979 Tage nach dem letzten US-GP im Nudeltopf von Indianapolis gibt die Formel 1 wieder in Amerika Gas. Rennfahrer-Legende Mario Andretti, der 1978 als bisher letzter US-Amerikaner den WM-Titel gewann, blickt der Rückkehr der Königsklasse in sein Land mit Freude entgegen. «Vor fünf Monaten glaubte ich noch nicht daran. Ich hatte Zweifel, ob da wirklich alles fertig wird. Nun haben wir es geschafft – das ist natürlich super.»

Verkehrschaos ist programmiert

Sorgen bereiten die Zuschauermassen: 120000 Fans werden für den Renntag erwartet – rund 300000 an allen drei Tagen. Vom Highway bis zur Strecke gibt es aber nur eine einzige Zufahrtsstrasse. Und nur 17000 Parkplätze. Das Verkehrschaos ist vorprogrammiert. Der sicherste Weg zur Piste ist der Helikopter. Den Flug hin und zurück gibts zum Schnäppchenpreis von 550 Dollar.

Die drei letzten drei US-Veranstalter blieben nicht lange im GP-Kalender: In Indianapolis war nach acht Jahren, in Phoenix nach drei und in Detroit nach sieben Rennen Lichterlöschen. Andretti ist zuversichtlich, dass die Formel 1 in Austin Zukunft hat: «Das könnte die neue Heimat der US-Grand-Prix werden. Die Veranstaltung wird überleben und hat eine blühende Zukunft.» Austin sei eine tolle Stadt und der GP-Kurs mit seinen Kurvenkombinationen wie in Silverstone und Hockenheim werde die Piloten begeistern.

Vettel ist zuversichtlich

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel hat am Sonntag seinen ersten WM-Matchball. Holt Vettel 15 Punkte mehr als Rivale Fernando Alonso im Ferrari, verlässt er Austin als jüngster Dreifach-Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Vettel, der seinen 100. Grand Prix fährt, ist zuversichtlich: «Ich freue mich aufs US-Comeback. Hier durfte ich 2007 erstmals in ein Formel-1-Cockpit steigen.» Es war bei BMW-Sauber. Vettel kam als Ersatzpilot zum Zug, nachdem Stammfahrer Robert Kubica eine Woche zuvor beim GP von Kanada in Montreal schwer verunglückt war.

«Natürlich müssen erst 56 Runden abgespult sein. Der Kurs mit seinen 20 Kurven, wo wir gegen den Uhrzeigersinn fahren, ist für alle neu. Wer am besten und schnellsten damit zurecht kommt, hat gute Chancen, zu gewinnen. Ich hoffe, dass das Glück auf meiner Seite ist», sagt Vettel.

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