Weltmeister Lewis Hamilton, der sich wegen Überfahren der weissen Linie bei der Boxen-Einfahrt vor der Renn-Jury verantworten muss, benutzt an diesem GP-Wochenende nach dem Gewinn des fünften WM-Titels dank einer Spezial-Bewilligung die Startnummer 1 statt 44. Der Brite klassierte sich zwar nur im 4. Rang vor dem Ferrari-Duo Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel, der bereits den Frontflügel für 2019 testete. Doch bei den Longruns, die am Sonntag im Rennen (14.10 Uhr Schweizer Zeit) aufschlussreicher sind, war Hamilton konstant der Schnellste. Für Bottas wäre ein Triumph beim Saisonfinale eine kleine Genugtuung, weil er in diesem Jahr in Sotschi den Sieg Hamilton überlassen musste. Bottas wartet 2018 immer noch auf seinem vierten GP-Triumph.

Seinen schon sechsten GP-Sieg strebt Max Verstappen an, der diesen vor zwei Wochen in Brasilien wegen einer Kollision beim Überrunden von Esteban Ocon fahrlässig verpasste. Der 21-jährige Niederländer, der Schnellste im ersten Training, möchte aber auch erstmals in seiner 80 Rennen dauernden Karriere eine Pole-Position erobern. Schafft er dies am Samstag, löst er Sebastian Vettel als jüngsten Pole-Setter ab. Der Deutsche war bei seiner ersten Trainingsbestzeit 2008 in Monza 21 Jahre und 72 Tage alt. Verstappen wäre noch 16 Tage jünger.

Unfall von Marcus Ericsson

Bei Alfa Romeo Sauber-Ferrari durfte am Morgen der nächstjährige Stammfahrer Antonio Giovinazzi ans Steuer und war als 16. drei Zehntel schneller als Teamkollege Marcus Ericsson (17.), der sich bei einem Unfall den Frontflügel demolierte. Am Nachmittag übernahm der zukünftige Ferrari-Fahrer Charles Leclerc das Cockpit (15.) und war fast sieben Zehntel schneller als der Schwede (17.), der am Sonntag sein letztes Rennen für die Hinwiler bestreiten wird.

Robert Kubica war der zweite Freitags-Testfahrer, der sich im Williams-Mercedes mit Rang 20 begnügen musste, "weil ich in den 90 Minuten fast nur Entwicklungsarbeit für 2019 im Programm hatte". Der Pole, der 2008 in Montreal den einzigen Sieg für das BMW-Sauber-Team herausfuhr (vor Teamkollege Nick Heidfeld) ist seit seinem Rallye-Unfall im Februar 2011 an der rechten Hand stark handicapiert. So bedient er sämtliche Knöpfe am Lenkrad nur mit der linken Hand.

Im März 2019 in Australien gibt Kubica nach 159 verpassten Formel-1-Rennen seit dem letzten Auftritt 2010 in Abu Dhabi das Comeback. Noch länger pausierten nur zwei Fahrer in der Königsklasse: Luca Badoer 168 Rennen zwischen Japan 1999 und Valencia 2009) sowie Jan Lammers 165 Rennen zwischen Niederlande 1982 und Japan 1992.

Resultate

Abu Dhabi (VAE). Grand Prix von Abu Dhabi. Freies Training. Erster Teil: 1. Max Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 1:38,491 (203,007 km/h). 2. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 0,454. 3. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 0,961. 4. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 1,052. 5. Esteban Ocon (FRA), Racing Point Force India-Mercedes, 1,611. 6. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 1,744. 7. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 1,926. 8. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 1,962. 9. Carlos Sainz (ESP), Renault, 2,097. 10. Romain Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari, 2,172. 11. Pierre Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda, 2,180. 12. Nico Hülkenberg (GER), Renault, 2,532. 13. Sergio Perez (MEX), Racing Point Force India-Mercedes, 2,584. 14. Brendon Hartley (NZL), Toro Rosso-Honda, 2,646. 15. Lance Stroll (CAN), Williams-Mercedes, 3,002. 16.* Antonio Giovinazzi (ITA), Alfa Romeo Sauber-Ferrari, 3,171. 17. Marcus Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari, 3,437. 18. Stoffel Vandoorne (BEL), McLaren-Renault, 3,623. 19. Fernando Alonso (ESP), McLaren-Renault, 3,822. 20.* Robert Kubica (POL), Williams-Mercedes, 4,501. - * = Freitags-Testfahrer. - 20 Fahrer im Training.

Zweiter Teil: 1. Bottas 1:37,236 (205,627 km/h). 2. Verstappen 0,044. 3. Ricciardo 0,192. 4. Hamilton 0,207. 5. Räikkönen 0,225. 6. Vettel 0,333. 7. Grosjean 0,824. 8. Hülkenberg 0,994. 9. Magnussen 1,082. 10. Ocon 1,166. 11. Gasly 1,270. 12. Sainz 1,275. 13. Alonso 1,489. 14. Perez 1,570. 15. Charles Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari, 1,595. 16. Hartley 1,721. 17. Ericsson 2,266. 18. Vandoorne 2,702. 19. Stroll 2,810. 20. Sergej Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes, 3,699. - 20 Fahrer im Training.