«Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.» Dieser Satz stammt von Franz Beckenbauer. Der Kaiser wurde 1974 als Fussballer Weltmeister – und 1990 als Trainer. Heute träumt er von besseren Zeiten. Wie diese aussehen könnten, gab unlängst die Fifa bekannt.

In der Machtzentrale des Weltfussballs wird nicht nur an der Erschliessung von neuen Geldquellen gearbeitet, sondern auch an der Technisierung des Fussballs und der Reduktion der menschlichen Fehlerquote. Und in diesem Zusammenhang kam Präsident Gianni Infantino zu einer Erkenntnis: Die Schiedsrichter sollen durch Roboter und die Assistenten an der Linie durch Kameras und Computer ersetzt werden.

Damit macht der Fussball den dringend nötigen Schritt in die Zukunft. Schliesslich werden Roboter schon erfolgreich in der Alterspflege, im Operationssaal, in der Autowerkstatt, im Flugverkehr, in den Medien und in den Restaurantküchen angewendet. Dass man nun das dauernde Ärgernis mit den falsch pfeifenden Schiedsrichtern ein für alle Mal aus der Welt schaffen will, ist allerhöchste Zeit.

Von Tacklings und der Flugbahn des Speichels

So wird in der neu geschaffenen Roboterabteilung der Fifa fieberhaft geforscht. Schliesslich müssen die Roboter Fluchworte in allen Sprachen verstehen, ein sauberes Tackling von einer Blutgrätsche unterscheiden und die Flugbahn des Speichels einschätzen. Denn es macht einen Unterschied, ob man auf dem Fussballplatz gegen den Wind oder in die Richtung des Gegners spuckt.

Verläuft das Projekt nach Plan, kommen die unfehlbaren Referees zum ersten Mal an der WM 2022 in Katar zum Einsatz – in den gekühlten Stadien, mit über Lautsprecher eingespielter Stimmung und digitalisierten Spielfeldmarkierungen. Und im Optimalfall will man einen Schritt weitergehen: Um die körperliche Belastung auf den menschlichen Organismus zu minimieren, sollen auch die Fussballer durch Maschinen ersetzt werden.

Und damit das Publikum für die WM nicht in die Wüste reisen muss, sitzen auf den Tribünen ebenfalls Roboter. Einzige Ausnahmen: der Fifa-Obmann und seine Freunde. Allerdings könnten diese bis in drei Jahren ebenfalls von der Zukunft überholt und durch Maschinen ersetzt werden. Denn Roboter sind zweifellos auch die besseren Funktionäre. Wenn man ihnen den Strom entzieht, machen sie keinen Mucks mehr.