NHL Lockout
Mit dem NHL-Lockout kommt der grosse Transferwirbel

Eishockey Der NHL-Lockout ist Tatsache: Jetzt beginnt der grosse Transferwirbel endgültig. Beim HC Davos ist es aber klar, wer kommt: Joe Thornton (33) und Rick Nash (28). Zu einer «Star-Schwemme» kommt es aber trotzdem nicht.

Klaus Zaugg
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Luca Sbisa: EVZ oder Lugano?key

Luca Sbisa: EVZ oder Lugano?key

Zu einer «Star-Schwemme» wie während der abgesagten NHL-Saison 2004/05 mit mehr als 50 NHL-Stars wird es in der Nationalliga nicht kommen. Dafür sorgt schon die Beschränkung auf acht Ausländerlizenzen pro NLA-Klub. Die Sportchefs haben klare Vorstellungen. Der Idealfall: Die Mannschaft mit Schweizern aus der NHL verstärken. Das bringt mehr, als bloss die Ausländer auszutauschen. Vier Klubs verfolgen diese Strategie.

Der EV Zug hat heute Montag Damien Brunner und Rafael Diaz im Training und dann soll bei einer Sitzung die Situation geklärt werden, wie es mit den Beiden weitergeht. Voraussichtlich muss Brunner beim AHL-Start (Trainingscamps ab 1. Oktober) ins Farmteam der Detroit Red Wings. Klappt es mit Brunner und/oder Diaz nicht, ist Luca Sbisa eine weitere Option.

SCB mit Roman Josi

Der SC Bern setzt auf Roman Josi. Allerdings ist auch hier die Situation (ins Farmteam?) noch nicht geklärt. Sagt Josi zu, muss Sportchef Sven Leuenberger nachsehen, ob in der «Transferkriegskasse» noch genug Geld da ist, um auch noch Mark Streit zu verpflichten. Kommt Josi nicht, ist Mark Streit Wunschkandidat. Klappt es mit Josi und Streit nicht, wird Yannick Weber ein Thema. NHL-Star Daniel Brière (war 2004/05 in Bern) kommt nur, wenn keine NHL-Schweizer verpflichtet werden können.

Die ZSC Lions wollen unbedingt Mark Streit. Der Captain der New York Islanders wird sich in den nächsten Tagen zwischen Bern und dem ZSC entscheiden. ZSC-Sportchef Edgar Salis sagt, es gehe nicht mehr um Geld. Kommt Streit nicht, sind die Zürcher an Luca Sbisa und Yannick Weber interessiert.

Sbisa: Lugano erste Wahl

Der HC Lugano möchte Luca Sbisa. Die Variante Lugano ist die wahrscheinlichste für Sbisa, weil er in Zürich und Zug nicht erste Wahl ist.

Weil beim HC Davos im Spiel gegen die Lakers Petr Sykora ausgefallen ist (Schlüsselbeinbruch) stehen Arno Del Curto am nächsten Wochenende möglicherweise nur noch zwei Ausländer (Taticek, Marha) zur Verfügung. Der HCD-Trainer arbeitet deshalb mit Hochdruck an der Verpflichtung von Joe Thornton und Rick Nash, die schon 2004/05 den HCD zum Spengler-Cup-Sieg und zum Meistertitel geführt haben. «Wir sind uns einig», sagt Arno Del Curto. «Aber nun muss noch der ganze Papierkram erledigt werden.»

Thornton und Nash können erst in die Schweiz einreisen, wenn sie das Arbeitsvisum erhalten haben. Im besten Fall sind die beiden am Mittwoch in Davos und können bereits am Freitag gegen Kloten spielen. Beide werden ausserhalb des Budgets durch den «Kristallclub» finanziert.

Kloten mit nur zwei ersatzfähigen Ausländern

Die Kloten Flyers haben ebenfalls nur zwei einsatzfähige Ausländer. Doch Manager Wolfgang Schickli weiss noch nicht, ob er neue Ausländer einkaufen darf. «Über das ordentliche Budget können wir keine neuen Ausländer verpflichten. Wir werden nun dem Verwaltungsrat entsprechende Anträge für eine ausserordentliche Finanzierung stellen.» Will heissen: Nur wenn die neuen Besitzer Philippe Gaydoul (Milliardär) und Thomas Matter (Multimillionär) eine «Transferkriegsgasse» einrichten, kommen NHL-Stars nach Kloten.

Dann wären alle Vorsätze zur strikten Kostenkontrolle in Kloten schon nach zwei Spieltagen wieder über den Haufen geworfen. Aber Geldmangel hält im Sportbusiness die Manager nicht davon ab, am grossen Rad zu drehen: Der neue Sierre-Präsident Silvio Caldelari versucht, seinen Freund Martin St. Louis (er hatte den NHL-Star seinerzeit als Manager 2004/05 nach Lausanne geholt) zu einem Gastspiel im Wallis zu überreden.