TV-Kolumne
Mein grinsender Curling-Albtraum mit Kim Chang-Min

Die Schweizer Curler verloren gegen Südkorea knapp mit 7:8. Unser Sportredaktor schaute sich die Partie mitten in der Nacht an. Schlafen konnte er aber auch nach dem Spiel nicht. Ein schrecklicher Traum verfolgte ihn.

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Südkoreas Skip Kim Chang-Min

Südkoreas Skip Kim Chang-Min

Natacha Pisarenko

Es ist kurz nach Mitternacht. Meine innere Uhr lässt mich aufwachen. Wieder einmal lassen mich die Curler nicht schlafen. Nach den Siegen der Schweizer mit Skip Peter De Cruz gegen Kanada und Schweden bin ich im Olympiafieber. Nun heisst der Gegner Südkorea. «Die hauen wir weg», sage ich mir. «Nach einer Stunde ist die Sache erledigt.»

Denkste! Die Südkoreaner wehren sich. Skip Kim und seine drei Mitstreiter wischen, was das Zeug hält. Die Besen glühen. Die Vier wären auch als Putzfrauen Spitze. Kim schafft in der Startphase ein Viererhaus. Es steht 4:1. Die Schweizer schlagen zurück. Nach einem gestohlenen Dreierhaus führen sie nach fünf Ends 5:4.

Ab ins Bett! Nein. Ich will den Jubel der Schweizer nicht verpassen. Und ich will Kim am Boden sehen. Vor allem deshalb, weil er nach jedem gelungenen Stein so schelmisch lächelt.

Es ist kurz vor vier Uhr. Kim hat mit 8:7 gewonnen. Ich gehe ins Bett, versuche zu schlafen. Ein schwieriges Unterfangen. Ein Albtraum lässt mich aufwachen. Kim geht grinsend mit einem grossen Stein und einem riesigen Besen auf mich los ... ​