Der Countdown zur Olympia-Abfahrt der Frauen läuft. Das Österreichische Fernsehen geht um 2.38 Uhr auf Sendung. Die frühere Spitzenfahrerin und heutige Expertin Alexandra Meissnitzer stimmt die Fans in rot-weiss-rot auf das Rennen ein. Und was macht das Schweizer Fernsehen? Es zeigt Frauen-Curling. Das Spiel zwischen der Schweiz und Dänemark. Ein Spiel, in dem es um nichts mehr geht.

Zehn Minuten später ist es soweit. SRF 2 ist nun auch mit dabei. Es geht los. Die Kommentatoren Jann Billeter und Michi Bont versuchen Stimmung zu machen. Es bleibt beim Versuch. Nach dem Sturz von Lara Gut ist die Luft aus Schweizer Sicht draussen. Michelle Gisin enttäuscht,  stürzt im Zielraum und bleibt für einige Sekunden liegen. Das Bild ist symbolisch für den Auftritt des Schweizer Teams. Oder, um es mit dem Lieblingswort von Gisin zu sagen: „Megaschade!“

Billeter und Bont kommentieren solide. Letzterer macht seinem Ruf als Experte alle Ehre. Kaum einer kennt die Szene im Weltcup so gut wie er. Aber seine nüchterne und sachliche Art machen schläfrig. Wo sind die Sprüche, Michi?   

Einen Höhepunkt während der Übertragung gibt es allerdings – abseits der Piste: Plötzlich erscheint Wendy Holender auf der Bildfläche. Die Gewinnerin der Silbermedaille im Slalom macht Werbung. Dank Wendy weiss ich, dass man noch so heikle Textilien in einen Tumbler werfen kann. Aber nur in einen Tumbler von Electrolux!​