Kommentar

Mehr Zuschauer in den Stadien in der kommenden Saison? Wegen der zunehmenden Ansteckungs-Zahlen ein Irrglaube

Dank Schutzmasken will die SFL wieder mehr Zuschauer im Stadion.

Dank Schutzmasken will die SFL wieder mehr Zuschauer im Stadion.

Zum dritten Mal in Serie krönte sich YB zum Schweizer Fussball-Meister. Ein Sieg fehlte Herausforderer St.Gallen am Ende, und es wäre heute zur Finalissima in Bern gekommen.

Nun endet die Saison nicht mit einem Showdown – doch dieser könnte schneller kommen, als es noch immer viele wahrhaben wollen.

Denn der Schweizer Profisport ist in seiner jetzigen Form wegen Corona dem Tode geweiht. Noch hoffen die Fussball- und Eishockeyclubs, dass sie ab September, wenn die neue Saison beginnt, wieder mehr als 1000 ­Zuschauer in die Stadien lassen dürfen– am liebsten bis zu 6000 – dank ­Maskenpflicht und hervorragender Schutzkonzepte.

Doch es ist ein Irrglaube. Die zunehmenden Coronafälle lassen keinen anderen Schluss zu. Das bedeutet: Geschieht kein (Impf-)Wunder, so müssen die Clubs wohl eine weitere Saison ohne ­Zuschauereinnahmen auskommen.

Das wird vielen nicht gelingen. Und hätte drastische Folgen. Am Profisport hängen Tausende Jobs und eine einzigartige Juniorenförderung, von der die gesamte Gesellschaft profitiert. Es darf nicht sein, dass dieses Bewusstsein erst aufkommt, wenn Clubs in Konkurs gehen.

Und man zulässt, dass Menschen in Bars und Discos feiern, als hätte es Corona nie gegeben – aber der geregelte Besuch von Stadien verboten bleibt. Die Zeit für die Politik ist gekommen, die Hilfe für den Schweizer Profisport noch einmal zu überdenken. Zu akzeptablen Bedingungen.

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