Maurizio Jacobacci, wir erreichen Sie im Mannschaftsbus auf der Fahrt nach Wien. Nach dem Sieg am Dienstag dürfte die Stimmung zuversichtlicher sein als auch schon.

Maurizio Jacobacci: Ja klar. Wir spielen heute gegen den Florisdorfer AC und wollen nachlegen. Der Sieg gegen den SC Wiener Neustadt war extrem wichtig.

Sie selber haben nach dem Spiel gesagt, es sei um Ihren Job gegangen.

Das ist so. Hätten wir verloren, wäre ich nicht mehr hier. Aber die Mannschaft hat mit einer tollen Einstellung einen Rückstand in einen Sieg verwandelt.

Als einer der Aufstiegsanwärter ist der Saisonstart mit nur zwei Siegen in neun Spielen misslungen.

Wir haben starken Gegenwind, das stimmt. Die Erwartungshaltung ist riesig. Innsbruck ist ein Kultklub und will so schnell wie möglich in die Bundesliga aufsteigen. Er hat mich verpflichtet, damit ein anderer Fussball gespielt wird.

Wie soll dieser aussehen?

Wir wollen gepflegt aufbauen und nicht nur lange Bälle schlagen, die der Torjäger Pichelmann dann verwertet. Aber das ist ein Prozess und braucht Zeit. Ich muss der Vereinsführung ein Kränzchen winden, dass sie dem Druck von aussen nicht nachgegeben und den Trainer entlassen hat. In der Ruhe liegt die Kraft…

Es war zu lesen, Sie hätten ein Training abbrechen müssen, weil die Fans protestierten.

Das war beim Auslaufen nach einem Spiel. Sie haben gegenüber der Mannschaft die Erwartungshaltung ausgedrückt und sie vielleicht auch ein Stück weit aufgerüttelt. Ich sehe es positiv. Wir haben unglaublich dankbare Fans.

Der Sieg gegen den SC Wiener
Neustadt als Wende zum Guten?

Ich hoffe es. Ich will in Innsbruck etwas aufbauen wie in Kriens und Schaffhausen. Die Arbeitsbedingungen sind gut. Und: Auch wenn ich einen italienischen Pass habe, möchte ich den Schweizer Fussball in Österreich gut vertreten.