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Matthias Glarner vor der Presse: ein königlicher Auftritt an Krücken

Matthias Glarner erklärt im Inselspital den Grund für seinen Unfall und zieht einen Schlussstrich. Er werde in Zukunft keine Stellung mehr zu seinem Unfall nehmen.

Rainer Sommerhalder
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Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.
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Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.
Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.
Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.
Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.
An der Medienkonferenz am Donnerstag: Matthias Glarner spricht über den Sturz von der Gondel.
Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam. Professor Klaus Siebenrock, Chefarzt Orthopaedische Chirurgie Inselspital Bern.
Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.
Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.

Glarner erklärt, warum es zum fatalen Sturz von der Gondel kam.

Keystone

Die Uhr im Berner Inselspital zeigt zehn Uhr morgens. Auf einen Schlag wird es mucksmäuschenstill. Erstaunlich, dass 50 Journalisten gleichzeitig schweigen können. Man wähnt sich in einer Kirche. Alle warten auf den Beginn des Gottesdienstes. Und tatsächlich setzt Chefarzt Klaus Siebenrock eine Viertelstunde später, nachdem er die Verletzungen von Matthias Glarner im Detail erläutert und sich der Schwingerkönig bei allen Helfern, Ärzten und Pflegern bedankt hat, zu einer Art Predigt an: «Mein grösster Dank gilt den Schutzengeln, die Matthias offensichtlich begleitet haben», sagt der Chirurg.

Siebenrock ist an diesem Tag nur eine Nebenfigur. Auch er zieht im Laufe der Pressekonferenz sein Handy und macht während des TV-Interviews ein Erinnerungsfoto von der Hauptattraktion. Denn die Fotografen und Kameraleute warten an diesem Donnerstagmorgen vor dem unscheinbaren Seiteneingang zum Auditorium im Inselspital Bern auf den König, auf Matthias Glarner.

Die Türe geht auf, das Blitzlichtgewitter startet. Glarner betritt den Raum, bleich zwar im Gesicht und auf Krücken abstützend, aber irgendwie doch majestätisch. Beeindruckend: Zehn Tage, nachdem der Berner Oberländer im Hasliberg vom Dach einer Gondel zwölf Meter in die Tiefe stürzte, setzt er sich mit einer Selbstverständlichkeit auf den Stuhl beim Rednerpult, als ginge es darum, Auskunft über seinen Formstand fürs Unspunnen-Fest zu geben.

Mehr Ingenieur als Unfallopfer

Sich hinsetzen war auch eine der ersten Tätigkeiten des Schwingerkönigs nach dem fatalen Sturz von der Gondel. Er könne sich noch genau an alles erinnern: «Wenn man zwölf Meter in die Tiefe fällt, hat man relativ viel Zeit», sagt er mit einem Grinsen. Er habe sich nach dem Aufprall zuerst einmal sortiert und geschaut, ob alles in Ordnung sei. Danach setzte er sich auf den mächtigen Betonsockel am Fusse des Seilbahnmasts und wartete auf die Rettungsdienste.

Matthias Glarner
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Die Bergbahn in Meiringen-Hasliberg: Glarner stürzte von einer dieser Gondeln 12 Meter in die Tiefe.
Glarner wurde nach seinem Unfall ins Berner Inselspital geflogen und am Dienstagabend dort operiert.
Professor Klaus Siebenrock vom Inselspital sagt: «Das Becken hat sich ohne Probleme mit einer Platte und Schrauben stabilisieren lassen.»
Glarners Höhepunkt: 2016 wird er Schwingerkönig.
Matthias Glarner musste mit der Rega ins Spital

Matthias Glarner

Er habe sich mehr als einmal gefragt, wie dies passieren konnte. Weil Glarner bei einem Fotoshooting das Sicherungsseil offensichtlich auf der falschen Seite einer Klemme fixiert hatte, verhedderte sich dieses und riss. Er selber sei sich sicher gewesen, dass er auf der Gondel alles richtig gemacht habe. Erst als sich diese nach dem Shooting wieder in Bewegung setzte, realisiert der Schwinger, dass dies nicht der Fall war. Das Seil verhedderte sich beim Passieren eines Seilbahnmasts. Glarner versuchte noch, es anzuheben, doch sein Reflex kam zu spät. Das Seil riss, der Meiringer stürzte zuerst auf das Dach der Gondel und danach in die Tiefe.

Eidgenössisches Schwingfest 2016 in Estavayer: König Matthias Glarner wird gekränzt.
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Der Sieger geniesst.
Berner Matthias Glarner freut sich als neuer Schwingerkönig mit Albert Bachmann, OK-Präsident Estavayer 2016
Da gibts auch ein paar Tränen.
König Matthias Glarner neben dem Siegermuni «Mazot de Cremo» und Miss Schweiz Lauriane Sallin.
Ein Prachtsmuni.
Applaus für den Sieger.
Eine Guggenmusik spielt während dem Festakt.
Dürfen auch nicht fehlen: Alphornbläser.
Momente des Glücks.
Momente des Glücks.
Momente des Glücks.
Momente des Glücks.
Momente des Glücks.
Der neue Schwingerkönig wird auf die Schultern genommen.
Glarner, der umjubelte König.
Ein sichtlich erschöpfter und erleichterter Schwingerkönig.
Es ist passiert!
Glarner hat es geschafft: Orlik liegt besiegt vor ihm im Sägemehl.
Hier war es schon fast vorbei: Orlik liegt auf dem Rücken, aber ausserhalb des Sägemehls.
Es ist ein offener Schlagabtausch zwischen Glarner und Orlik im Schlussgang.
Die beiden Königs-Anwärter schenken sich nichts.
Der Bündner Armon Orlik.
Der Berner Matthias Glarner.
Der Bündner Armon Orlik.
Der Berner Matthias Glarner.
Der Bündner Armon Orlik.
Der Berner Matthias Glarner.
Der Bündner Armon Orlik.

Eidgenössisches Schwingfest 2016 in Estavayer: König Matthias Glarner wird gekränzt.

Keystone

Mit einem Powerpoint-Stift zeigt er ohne sichtliche Rührung auf einer Fotoaufnahme des Unfallorts, wo wann was geschah. Mehr Ingenieur als Unfallopfer. Für ihn sei der Unfall damit abgeschlossen. Er werde keine Stellung mehr dazu nehmen.

Wer den Schwingerkönig an diesem Donnerstagmorgen reden hört, der ist sich ziemlich sicher: Dieser Mann wird zurück ins Sägemehl kehren. Das ist das erklärte Ziel des 31-Jährigen. Vier Monate darf er nun aber vorerst keinen Sport betreiben. Trotzdem spricht er mit Begeisterung vom kommenden Wintertraining.