16 Siege braucht es, um am Ende die begehrte Trophäe in die Höhe stemmen zu dürfen. Es warten Spiele voller Schmerz, Aufopferung und nervlicher Belastung. Die Stanley-Cup-Playoffs gelten nicht umsonst als die schwierigsten im Profisport. Die Mannschaft, die sich in dieser Entscheidung, welche bis im Juni dauern wird, durchsetzt, hat den Titel ohne Zweifel verdient.

Mittendrin im Geschehen sind auch bis zu sieben Schweizer Spieler, welche sich Hoffnungen machen, den riesigen Pokal in Empfang nehmen zu dürfen. Ein Blick auf die Erfolgsaussichten von Mark Streit, Roman Josi, Nino Niederreiter und Co.

Mark Streit hat sich bei den Pittsburgh Penguins nahtlos ins Team eingefügt.

Mark Streit hat sich bei den Pittsburgh Penguins nahtlos ins Team eingefügt.

Mark Streit (Pittsburgh Penguins)

Titelverteidiger Pittsburgh trifft in der ersten Runde auf die Columbus Blue Jackets. Ein heikles Los für die Pinguine. Einerseits ist das Team aus Columbus so etwas wie der Aufsteiger der Saison (Steigerung von 76 auf 108 Punkte), andererseits verfügt es mit Sergei Bobrovsky über einen der besten Goalies der ganzen Liga. Dennoch sind die Pittsburgh Penguins klar in der Favoritenrolle.

Einzig das Verletzungspech könnte Sidney Crosby und Co. einen Strich durch die Rechnung machen. Der beste Verteidiger, Kris Letang, fällt für die ganzen Playoffs aus. Was wiederum die Chance für Mark Streit ist, eine tragendere Rolle zu spielen. Der 39-Jährige hat gute Aussichten, quasi als Krönung seiner beeindruckenden Karriere auch noch die wichtigste Eishockey-Trophäe der Welt zu gewinnen.

Roman Josi spielt eine Schlüsselrolle bei den Nashville Predators.

Roman Josi spielt eine Schlüsselrolle bei den Nashville Predators.

Roman Josi, Yannick Weber, Kevin Fiala (Nashville Predators)

Die Predators liessen gegen Ende der Qualifikation die Konstanz vermissen, wurden noch von den St. Louis Blues überholt und haben jetzt den Salat: Sie müssen in der ersten Runde gegen das beste Team der Western Conference, die Chicago Blackhawks, ran. Gegen die Herren
Toews, Kane und Konsorten käme ein Weiterkommen einer grösseren Überraschung gleich.

Die Predators, bei denen Roman Josi eine Schlüsselrolle spielt, haben zweifellos das Potenzial, einen Exploit zu schaffen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber grösser, dass man die drei Nashville-Schweizer im Mai an der WM in Paris im Dress des Nationalteams zu sehen bekommt. Nationaltrainer Patrick Fischer wird es freuen.

Nino Niederreiter knackte bei Minnesota Wild seine Skorer-Bestmarke.

Nino Niederreiter knackte bei Minnesota Wild seine Skorer-Bestmarke.

Nino Niederreiter, Christoph Bertschy (Minnesota Wild)

Die Minnesota Wild haben eine herausragende Qualifikation absolviert und die Erwartungen klar übertroffen. Auch Nino Niederreiter stellte eine neue, persönliche Skorer-Bestmarke auf (25 Tore, 32 Assists) und entwickelte sich zu einem der Leistungsträger in diesem breit besetzten Team, in welchem der zweite Schweizer, Christoph Bertschy, höchstens eine Nebenrolle spielen wird.

Aber: die «Wilden» hatten gegen Ende der Regular Season grosse Mühe, ihr hohes Leistungslevel zu halten. Das könnte in der ersten Playoff-Runde gegen die unberechenbaren St. Louis Blues ein Problem sein. Die Erwartungen sind gross. Wie geht die Mannschaft mit diesem ungewohnten Druck um? Gut möglich, dass die Hürde Blues übersprungen wird. Aber ob es Minnesota ganz nach oben auf den Thron reicht, muss man anzweifeln.

Timo Meier spielt bei den San Jose Sharks eine Nebenrolle.

Timo Meier spielt bei den San Jose Sharks eine Nebenrolle.

Timo Meier, Mirco Müller (San Jose Sharks)

Die beiden Schweizer Jungspunde Meier (20) und Müller (22) werden bei den Haien, wenn überhaupt, nur Nebenrollen spielen. Stürmer Timo Meier steht im Playoff-Kader der Sharks, wird aber Mühe haben, sich einen Platz im Team zu erkämpfen und eher als Joker zum Einsatz kommen.

Verteidiger Mirco Müller spielt derzeit in der AHL bei den San Jose Barracudas und dürfte erst zu den Sharks stossen, wenn seine Mannschaft aus den Playoffs ausgeschieden ist – und falls das NHL-Team noch im Rennen ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Sharks treffen in der ersten Runde auf die aufstrebenden Edmonton Oilers um Superstar Connor McDavid.