Das mit Spannung erwartete Trainerdebüt von Ludovic Magnin beim FC Zürich ist missglückt. Zumindest resultatmässig. Drei Tage, bevor sich die beiden Klubs im Halbfinal des Schweizer Cups im Letzigrund erneut gegenüberstehen, verlor Magnins Team gegen die Grasshoppers 0:1, Verteidiger Cédric Brunner mit Platzverweis (71.) und Rang vier in der Super League an den FC St. Gallen. Trübsal blasen mochte indes keiner im Lager des FCZ. Angesagt war vielmehr, die Leistung starkzureden und sie positiver zu sehen, als sie war.

«Wir sind für unseren einzigen Stellungsfehler hart bestraft worden», sagte der Trainerneuling. «Wir haben hoch verteidigt und mutig nach vorne gespielt, hatten aber auf den letzten dreissig Metern vor dem gegnerischen Tor Probleme, weil wir zu wenig zwingend waren.» Aber, sagte der 38-Jährige, ihm habe die Mentalität gefallen, mit der sich seine Mannschaft gegen die Niederlage gewehrt habe.

Er selber hatte seinen Teil dazu mit einem engagierten Auftritt an der Seitenlinie beigetragen. Schon als Spieler war er ein Zappelphilipp gewesen, und das war er nun auch als Trainer. Während auf der anderen Seite Murat Yakin die Partie zumeist mit stoischer Ruhe verfolgte, gestikulierte Magnin oft wie wild, schrie Anweisungen auf den Platz und rief dann und wann einen Spieler zu sich, um ihn mit einem Ratschlag zu versorgen. Vor allem aber klatschte er unentwegt in die Hände, um seine Mannschaft zu pushen.

Zappelphilipp Magnin

So war es einigermassen überraschend, dass seine Stimme die nachmittägliche Parforceleistung gut überstand und statt des erwarteten Krächzens gut zu verstehen war, was Magnin danach sagte.

Wie angekündigt, hatte er nicht gleich alles auf den Kopf gestellt, sein Team aber im Vergleich zum letzten Spiel unter Uli Forte immerhin auf fünf Positionen verändert. Den bedeutendsten Wechsel nahm er auf der Torhüterposition vor, dazu verhalf er dem 18-jährigen Izer Aliu im zentralen Mittelfeld zum Startelfdebüt.

«Yanick Brecher ist unser Cupgoalie. Aber ich wollte ihn nach längerer Pause am Mittwoch nicht ins kalte Wasser werfen und gab ihm deshalb Spielpraxis», sagte Magnin. Er habe die Sache mit Stammgoalie Andris Vanins besprochen und werde nach dem Cupspiel entscheiden, ob der Lette am Samstag in Basel wieder im Tor stehe oder der FCZ künftig auf den 13 Jahre jüngeren Brecher setze.

Und über Aliu sagte er: «Ich habe ihn nun vier Jahre lang beobachtet. Er ist ein Ausnahmetalent.» Unter dem Strich sei die Leistung seiner Mannschaft in Ordnung gewesen, sagte Magnin, aber das Resultat natürlich nicht.

Mann mit Hütchen: Ludovic Magnin will in der Super League Fuss fassen.

Mann mit Hütchen: Ludovic Magnin will in der Super League Fuss fassen.

Das 249. Zürcher Derby war für die gut 12 000 Zuschauer kein Leckerbissen. Es wurde zwar viel gerackert und gekämpft, aber erwärmen konnte das Geschehen niemanden. Nach dem 1:0 von GC-Captain Jéffren (15.) nach einem prächtigen Zuspiel von Rifet Kapic hatte der FCZ mehr vom Spiel und auch die eine oder andere Ausgleichsmöglichkeit.

Wie Heinz Lindner, der Goalie der Hoppers, einen Kopfball von Michael Frey abwehrte, war Weltklasse. «Wenn wir kein Tor schiessen, können wir nicht gewinnen», sagte Frey. Stimmte dann aber sogleich eine Lobeshymne auf den neuen Trainer an.

«Wir haben bereits gesehen, was für ein Riesenherz er für den Fussball hat. Ich bin sicher, da wird etwas wachsen.» Frey war der Meinung, die Mannschaft habe einiges von dem umgesetzt, was Magnin von ihr gefordert habe.

Dann hat sie es aber gut versteckt. Zu sehen war von einem Unterschied zwischen Forte- und Magnin-Fussball nämlich nichts. Dafür muss man dem neuen Trainer aber wohl auch noch etwas Zeit geben. Die aber wird zumindest bis zum Halbfinal am Mittwoch knapp. Allerdings bestehen ohnehin Zweifel, ob die Mannschaft so gut ist, wie die Klubleitung glaubt.