Swiss Indoors
Lüthi: «Stan redet gerne über Probleme»

Der Schweizer Davis-Cup-Coach Severin Lüthi macht sich noch keine grossen Sorgen um Stan Wawrinka. Es gebe überhaupt keinen Grund zur Panik. «Und wir dürfen jetzt auch nicht alles überanalysieren», erklärt Lüthi.

Michael Wehrle
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Stan Wawrinka läuft es zurzeit nicht wie gewünscht.

Stan Wawrinka läuft es zurzeit nicht wie gewünscht.

Keystone

Drei Matches in Folge hat Stan Wawrinka nun verloren. Bei der Pleite gegen Michail Kukuschkin an den Swiss Indoors zeigte die Schweizer Nummer zwei vier Wochen vor dem Davis-Cup-Final eine erschreckend schwache Vorstellung. «Klar fehlt ihm nun das Selbstvertrauen und er muss einen Weg zurück finden», sagt Davis-Cup-Coach Severin Lüthi. Doch er habe keine Angst, dass Wawrinka das nicht gelinge.

Noch habe er einen Monat Zeit. Und er sei ja fähig, jeden Gegner zu schlagen. «Da gibt es auch kein Geheimnis, um die Form wieder zu finden, da braucht es ganz einfach harte Arbeit», betont Lüthi. Wawrinka sei ein anderer Spieler als noch vor einem Jahr. «Darum bin ich sicher, dass es bei ihm ganz schnell gehen kann», sagt Lüthi. Die Spieler seien erfahren und gut genug, um selbst zu wissen, was auf dem Spiel stehe.

Weniger ist manchmal mehr

«Wir haben schon einmal nur zusammen ein Bier getrunken, um wieder in die richtige Spur zu finden», glaubt Lüthi, dass weniger manchmal mehr ist. «Man darf nicht alles perfekt machen», betont er. Er sei schon ein wenig erstaunt, dass die Franzosen bereits jetzt auf Turniere verzichteten, um sich zu schonen. So ein Schuss könne auch hinten raus gehen. Wawrinka müsse nun einfach auf dem Platz die richtigen Entscheidungen treffen. Das brauche manchmal auch Zeit, bis sich das in Resultaten niederschlage.

Lüthi erinnert an den Viertelfinal im Davis-Cup gegen Kasachstan. Da hätten sie in der Woche zuvor viel gesprochen, doch Wawrinka spielte im ersten Match und zu Beginn des Doppels schlecht. In der Toilettenpause habe er ihn nochmals richtig hart angepackt und damit sei der Knoten geplatzt. Trotz des verlorenen Doppels habe es anschliessend nicht mehr viel gebraucht, damit Wawrinka tags darauf den wichtigen vierten Match gewonnen habe. «Stan redet gerne und offen über Probleme», sagt Lüthi. Umsetzen müsse er die Ergebnisse aber selbst auf dem Platz: «So wie gegen Kasachstan.» Eindrücklich sei es, wie er damals zurückgekommen sei.

Wawrinka weiss, was zu tun ist

Wawrinka habe zuletzt nicht nur schlecht gespielt. Gegen Gilles Simon in Schanghai sei es bis zum 3:0 im dritten Satz gut gewesen, nur habe er die Partie nicht beendet. Das gebe es manchmal. Aber Wawrinka sei ehrlich mit sich selbst, er wisse, was er in den nächsten Wochen besser machen müsse. Für ihn gehe es ja auch darum, in Paris-Bercy und bei den World Tour Finals gut abzuschneiden, um im Ranking nicht zurückzufallen. Vielleicht helfe es, dass er in London sicher drei Matches habe. Gar keine Sorgen macht sich Lüthi wegen der Atmosphäre mit 27 000 Fans beim Davis-Cup-Final in Lille: «Stan liebt die grosse Bühne.»

Lüthi glaubt auch, dass Wawrinka und Roger Federer sich schnell vom Hart- auf den Sandplatz einstellen. So riesig seien die Unterschiede gar nicht. Beide hätten ja im ersten Sandturnier der Saison gut gespielt, in Monte Carlo trafen sie sich im Final. Und bei Federer sei er sicher, dass die drei Tage auf Sand in der vergangenen Woche etwas brachten. «Bei einem anderen Spieler hätte ich das nicht gemacht», erklärt Lüthi.

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