Der Blick auf die Mannschaftsaufstellung der ZSC Lions vor dem dritten Playoff-Finalspiel in Lugano sorgte für mehr oder weniger Stirnrunzeln. Der Zürcher Headcoach Hans Kossmann foutierte sich um das altbekannte Prinzip «Never change a winning team» und stellte seine Mannschaft trotz zwei Siegen in den ersten beiden Begegnungen etwas überraschend um.

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Routinier Mathias Seger (40) kam für den bisher während der Playoffs so überzeugenden, aber als verletzt gemeldeten Youngster Tim Berni (18) zum Einsatz. Und punkto Ausländer setzte der ZSC-Headcoach wieder auf die Dienste von Defensivcenter Pascal Pelletier. Der Kanadier kam anstelle von Drew Shore zum Handkuss. Auch das ein einigermassen kurioser Personalentscheid Kossmanns, weil Shore am letzten Samstag mit einem Tor und zwei Assists einer der auffälligsten Spieler gewesen war.

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Viel kreiert, aber Tore nicht gemacht

Nun: Der personelle Poker des Schweiz-Kanadiers hinter der ZSC-Bande ging nicht auf. Der HC Lugano kämpfte sich mit einem 3:0-Sieg zurück in die Finalserie. Unter dem Strich waren es aber weniger die Umstellungen, die die Partie zugunsten der Tessiner entschieden, sondern primär die fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Tor, die den Zürchern zum Verhängnis wurden. Zum Beispiel im ersten Drittel, als Pius Suter bei seiner Grosschance nur den Pfosten traf.

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Oder Sekunden vor dem Ende des zweiten Abschnitts, als erst Kenins und dann Geering in Unterzahl zweimal beste Gelegenheiten vergaben, ihr Team mit dem so wichtigen, ersten Treffer endlich zu belohnen. Die ZSC Lions waren in diesem Spiel nämlich die aktivere, initiativere Mannschaft, schafften es aber einfach nicht, den Puck am überragenden Lugano-Schlussmann Elvis Merzlikins vorbeizubekommen. «Wir haben viel kreiert. Aber die Tore nicht gemacht. Merzlikins hat die grossen Paraden gezeigt, wir nur den Pfosten getroffen. So geht das halt manchmal in den Playoffs», bedauerte Lions-Captain Patrick Geering den Lauf der Dinge.

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«Wir führen immer noch»

Die Luganesi zeigten auf der anderen Seite wieder genau die Qualitäten, die sie bis in den Playoff-Final geführt haben. Sie verteidigten leidenschaftlich, stemmten sich mit aller Macht gegen die Angriffswellen der Zürcher, hatten einen grossartigen Goalie im Kasten und zeigten sich in der Offensive effizient. Raffael Sannitz (19.), unmittelbar nach dem Ende eines Powerplays, Alessio Bertaggia (23.), solo gegen Flüeler nach einem Puckverlust von Christian Marti (der bei allen drei Gegentoren auf dem Eis stand) und Grégory Hofmann (45.) nach einem Abpraller von ZSC-Goalie Lukas Flüeler trafen für die Tessiner.

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Um noch einmal auf Kossmanns Personalentscheide zurückzukommen: Mathias Seger ging bei 6:46 Minuten Eiszeit mit einer Minus-2-Bilanz vom Feld. Und Pelletier war, wie gewohnt, in der Offensive ein Nullfaktor. Man kann also davon ausgehen, dass der Lions-Headcoach im Hinblick auf das vierte Finalspiel vom Mittwoch wieder auf seine bewährte Truppe zurückgreifen wird. Wenn es denn der Gesundheitszustand der Spieler zulässt.

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Für die Zürcher ist diese Niederlage letztlich aber verkraftbar. Dass sie den Titel in vier Spielen holen würden, davon hätten wohl sowieso nur die grössten Optimisten geträumt. Patrick Geering sah die Lage der Dinge deshalb realistisch: «Wir führen in der Serie immer noch mit 2:1-Siegen. Wenn man uns das vor dem Finalauftakt angeboten hätte, dann hätten wir das angenommen.»