Kennen Sie den Film «Lost in Translation»? Ich habe ihn mal im Flugzeug gesehen. An die Handlung kann ich mich nicht erinnern. Aber das wird keine Filmkritik. Doch wie Bill Murray geht es mir mit Guido Wirth. Herr Wirth war mein Französisch-Lehrer, und wie der Schauspieler war ich bei ihm «Verloren in der Übersetzung».

Es gibt wenig in meinem Leben, das ich bereue. Aber definitiv, dass ich im Fach Französisch einen Fensterplatz hatte. Oder ehrlicher ausgedrückt, nie die Motivation hatte, zu lernen. Beim Singen in der Musikstunde war ich schon zufrieden, wenn ich beim «Aux Champs-Elysées» wusste, dass wir in Paris sind.

Hätte ich doch nur mehr gelernt. Als in Südkorea die Medaillengewinnerinnen Sarah Höfflin und Mathilde Gremaud eine Pressekonferenz gaben, sprachen die beiden Westschweizerinnen französisch. Logisch! Doch es war nicht das erste Mal, dass ich einem Gespräch in einer Schweizer Landessprache (!) nur schlecht folgen konnte. Ich schämte mich. Und bis ich mir die Frage zusammengereimt hatte, sassen die beiden schon im Flugzeug zurück in die Heimat.

Dass mein Französisch mies ist, wusste ich schon zuvor. Trotzdem haben mir diese Winterspiele einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig Fremdsprachen sind. Mein Englisch ist ganz passabel. Doch geholfen hat mir das in Pyeongchang nicht. Hier spricht kaum ein Einheimischer diese Sprache. Weil sich aber viele schämen, Nein zu sagen, lautet die Antwort auf alle Fragen: «Yes».

Das führte zu vielen Problemen. Frage: Wann fährt der Bus ins Eishockeystadion? Antwort: «Yes». Frage: Wo finde ich einen Bankautomaten? Antwort: «Yes». Frage: «Wie lange hat das Restaurant heute geöffnet?» Sie ahnen es. Antwort: «Yes».

Nur wäre ich der Letzte, der sich da beklagen würde. Oder wie würde Herr Wirth fragen: Parlez-vous français? «Oui.»