London 2012

Hier trifft Goldreiter Steve Guerdat im House of Switzerland ein

Gestern, am späten Abend, gab es zum dritten Mal etwas zu feiern auf der grossen Bühne vor dem House of Switzerland. Steve Guerdats Goldmedaille sorgte für ausgelassene Stimmung in der «Red Zone», der roten Zone, wie das Gelände am Ufer der Themse genannt wird.

Rot ist hier, unmittelbar neben der London Bridge, seit einigen Wochen die dominierende Farbe. Hier hat die Schweiz ihre offizielle Niederlassung während der Olympischen Spiele eingerichtet. Die Lage zwischen einem U-Bahn-Knotenpunkt und dem Tate Museum of Modern Art wurde von den Verantwortlichen bei der Evaluation möglicher Standorte als ideal erachtet. Mittels Videoanalyse wurde eruiert, wo sich die grössten Besucherströme durch London schlängeln. Bald einmal kristallisierte sich die «Glazier’s Hall» als Hauptgebäude heraus. Schliesslich wurden in der unmittelbaren Umgebung auch noch die passenden Plätze und Lokalitäten gefunden, um alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Kostenpunkt: 4,5 Millionen Franken

4,5 Millionen Franken beträgt das Budget für das Schweizer Haus. Getragen wird es zu einem Drittel durch private finanzielle Engagements oder Sponsoren, die im Rahmen des olympischen Auftritts in London Präsenz markieren. Dazu gehören zum Beispiel der Schokoladen-Hersteller Lindt, dessen Verkauf der berühmten Lindor-Kugeln in der britischen Kapitale auf Hochtouren läuft. Die Besucherzahlen werden die Erwartungen mit Sicherheit übertreffen. Mit einer Viertelmillion Besuchen rechnete man bei der «Präsenz Schweiz», welche für das ganze Projekt verantwortlich ist. Diese Zahl wurde schon gestern übertroffen. Das Gelände zumindest durchlaufen haben schon fast eine halbe Million Menschen.

Den Besuchern wird aber auch allerhand geboten. Neben einem Kletter-Parcours, Live-Musik, diversen Restaurants und Schokoladen-, Souvenir- und Kleidershops werden vor allem die Kids durch einen Game-Corner in den Bann gezogen. Dort werden einige in der Schweiz entwickelte Spiele für Smartphones und Tablets präsentiert und können ausgiebig getestet werden. Kein Wunder, sind Imogen, David und James vom «House of Switzerland» begeistert.

Zusammen mit ihren Eltern, Mutter Sophia und Vater Richard, hat die US-amerikanische Familie aus Boston der «Red Zone» gezielt einen Besuch abgestattet. «Ich habe gar nicht gewusst, dass die Schweiz so ein innovatives Land ist», zeigt sich Richard erstaunt. Eine Reaktion, die beweist, dass die Initianten ihr Ziel erreicht haben: Man wollte in London nicht nur die traditionellen Werte der Schweiz vermitteln, sondern auch andere, eher unbekannte Seiten.

Besuchermagnet Roger Federer

Der Höhepunkt war für alle Beteiligten natürlich die Medaillenfeier mit Roger Federer. Der wohl bekannteste Schweizer der Welt war bei seiner Stippvisite im «House of Switzerland» ein Besuchermagnet. Einen besseren Botschafter kann man sich gar nicht wünschen. Auch wenn er «nur» Silber gewonnen hatte, strahlte seine Medaille heller als jene von Steve Guerdat. Als der Jurassier gestern die Bühne betrat, war der Jubel zwar gross. Aber im Vergleich zum Federer-Hype, war es schon fast ein grösserer Kindergeburtstag.

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