Mit den Rängen 3, 5, 3, 4 und 3 kam der 31-jährige Winterthurer als Vierter seiner Achtergruppe gerade noch weiter. Roger Rinderknecht totalisierte am Ende 18 Rangpunkte, einen weniger als der Kalifornier Nicholas Long, der auf der Strecke blieb. Der Neuseeländer Marc Willers (1./2./1.) und der Franzosen Joris Daudet (4./1./2.) hatten sich das Weiterkommen schon in den ersten drei Läufen gesichert. Als Dritter kam der Amerikaner David Herman weiter, der nach einem 8. Platz zum Auftakt mit den Plätzen 3, 4, 1 und 2 das Feld von hinten aufrollte.

Ruhe, Geduld, Routine und Übersicht verhalfen am Ende Roger Rinderknecht, der im Vorlauf vom Mittwoch nur 23. geworden war, zum Weiterkommen. Aus den vielen Scharmützeln in dieser äusserst attraktiven und spektakulären Sportart vermochte sich Rinderknecht meist rauszuhalten. Als es in seiner Serie im ersten Lauf zu einem Massensturz kam, in den sechs der acht Starter verwickelt waren, sass der Schweizer als erster wieder auf dem Rad und sicherte sich so mit Platz 3 die äusserst gute Ausgangslage.

Der Massensturz im ersten Lauf erwies sich für Roger Rinderknecht als Glücksfall. Zum Zeitpunkt der Karambolage befand er sich auf einem der hintersten Plätze; dank der Stürze beendete er den Lauf aber noch auf Platz 3. Die beiden Amerikaner David Herman (8.) und Nicholas Long (7.), die als Mitfavoriten galten, handelten sich in diesem ersten Rennen vier respektive fünf Rangpunkte Rückstand auf Rinderknecht ein, die nicht mehr beide wettmachen konnten – obwohl die Amerikaner im fünften und letzten Rennen noch zusammenspannten. Zuerst wählten sie Startpositionen, aus denen sie Rinderknecht in den Clinch nehmen konnten, später liess Herman im Ziel Long den Vortritt. Wäre Rinderknecht im letzten Lauf auf der Zielgerade noch von Ernesto Pizarro (Arg/4.) oder Manuel de Vecchio (It/5.) noch abgefangen worden, hätte er die Halbfinals verpasst.

Schon vor vier Jahren in Peking hatte sich Rinderknecht für die Halbfinals qualifiziert, in denen er dann ausschied. Um diesmal sein grosses Ziel, die Finalqualifikation zu schaffen und ein olympisches Diplom zu gewinnen, benötigt Roger Rinderknecht auch Glück. Die Favoriten auf den Finaleinzug sind jene acht BMX-Fahrer, die sich in den Viertelfinals vorzeitig nach drei Läufen für die Halbfinals qualifiziert haben. Ausserdem büsste Rinderknecht in den Viertelfinals jeweils am Start wichtige Meter ein. Aber BMX-Crossrennen sind unberechenbar; das wurde schon in den Viertelfinals klar. Und der Winterthurer weist ein Palmarès auf, das auf einen Exploit hoffen lässt: Vor neun Jahren wurde er Europameister, dreimal gewann er WM-Silber, das letzte Mal erst vor einem Jahr.