Super League
Fünftes Spiel hintereinander ohne Sieg: Der FCB verliert in St. Gallen mit 1:3

Der FCB findet auch in St. Gallen nicht auf die Erfolgsstrasse zurück. Bei einem über weite Strecken harmlosen Auftritt kassieren die Basler drei Gegentreffer und betreiben offensiv letztendlich nur Resultatkosmetik.

Simon Leser
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Das Spiel: Es ist ein Lärm, den man in Zeiten von Geisterspielen gar nicht mehr kennt. Mit dem Anpfiff zünden St. Galler Fans von ausserhalb des Stadions ein Feuerwerk. Eines, von dem sich zu Beginn beide Mannschaften anstecken lassen. Schon nach drei Minuten muss Heinz Lindner nach einem Schuss von Kwadwo Duah seine Klasse ein erstes Mal unter Beweis stellen. Doch auch Basel, das ohne 13 verletzte und zwei gesperrte Spieler antreten muss, startet gefällig - und belohnt sich in der neunten Minute beinahe. Nach einem Freistoss von Luca Zuffi drescht Goncalo Cardoso den Ball in die Maschen der St. Galler. Doch weil zuvor Ersatz-Captain Pajtim Kasami mit der Hand am Ball war, zählt der Treffer korrekterweise nicht.

St. Gallen ist gefährlicher, offensiv klarer und zwingender. Elie Youan und Basil Stillhart vergeben aussichtsreiche Gelegenheiten, auf der Gegenseite ist es Startelf-Debütant Darian Males, der seinen Schuss zu hoch ansetzt. Die Führung für das Heimteam in der 39. Minute ist verdient. Lukas Görtler wird an der Strafraumgrenze zu wenig resolut angegriffen, weshalb sich der Deutsche in eine optimale Schussposition dribbeln kann und Heinz Lindner im FCB-Kasten keine Chance lässt.

Der FCB, der in St. Gallen mit Males und Arthur Cabral über einen Doppelsturm verfügt, zeigt auch nach der Pause, warum er gegen Zürich und Lausanne zuvor ohne Torerfolg blieb. Offensive Chancen sind Mangelware und oftmals auch nur im Ansatz gefährlich, wie beispielsweise bei Aldo Kalulus Energieanfall in der 50. Minute. Und defensiv verteilen die Gäste weiterhin Geschenke. Cardoso lässt in der 70. Minute gegen den dribbelnden Jérémy Guillemenot ungeschickt das Bein stehen, verursacht einen Penalty, den Duah mit ein bisschen Pfostenglück versenkt. Fünf Minuten später besiegelt Jordi Quintilla die nächste FCB-Enttäuschung mit einem herrlichen Freistosstreffer. Der FCB reagiert erst, als es zu spät ist, und zwar in der Nachspielzeit. Der Treffer von Cabral verhindert lediglich, dass der FCB auch im dritten Ligaspiel hintereinander ohne Torerfolg bleibt. Den blassen Auftritt wertet aber auch er nicht auf.

Das nächste Spiel bestreitet der FCB am Mittwoch im Joggeli gegen die Young Boys aus Bern.

Der Beste: Überzeugen konnte keiner wirklich, doch Arthur Cabral ist zumindest bemüht, die Basler Torflaute zu beenden. Ein Unterfangen, das ihm in der Nachspielzeit auch gelingt. Zuvor geht er sehr weite Wege.

Das gab zu reden: Schon lange war ein Startschuss nicht mehr so spektakulär wie in St. Gallen. Ein ohrenbetäubendes Feuerwerk eröffnet das Spiel und stachelt zumindest zu Beginn beide Mannschaften an. Doch nur bei St. Gallen ist der Effekt von nachhaltiger Natur.