Kolumne

Lionel Messi – Mann ohne Eigenschaften

Pedro Lenz

Pedro Lenz

Lionel Messi lebt seit 20 Jahren in Katalonien und er hat es geschafft, in 20 Jahren kein Katalanisch zu lernen. Er ist einer dieser steinreichen Expats, die sich nirgendwo anpassen, weil sich alle rundherum an sie anpassen.

Es gibt Leute, die sagen, Messi sei der beste Fussballer der Welt oder der beste Fussballer aller Zeiten. Sie untermauern ihre Behauptung mit Statistiken und Videomaterial. Aber meistens vergessen sie, dass Fussball mehr beinhaltet, als Mathematik und persönliche Rekorde.

Die Geschichte des Fussballs ist voll von legendären Persönlichkeiten, über die zu reden, man nie müde wird. Messi gehört nicht dazu. Über Messi zu reden, wäre etwa gleich unergiebig, wie mit ihm zu reden oder ihm zuzuhören. Alles was man über Messis Persönlichkeit sagen kann, ist, dass er keine hat. Deswegen ist es Messi auch nie gelungen, mit einem mittelmässigen Team Erfolg zu haben.

Maradona konnte seine Mitspieler besser machen

1986 gewann Diego Maradona mit einer Horde von Tretern wie Oscar Ruggeri oder Oscar Garré die WM. Mit Napoli errang Diego Maradona zwei italienische Meisterschaften und den Uefa-Cup. Diego hatte die Gabe, seine Mitspieler besser zu machen und mit durchschnittlichen Teams Pokale zu gewinnen. Er konnte dies dank seiner Persönlichkeit.

Messi hat so etwas nie geschafft. Alles was er gewonnen hat, hat er mit dem FC Barcelona gewonnen, umringt von Hochbegabten wie Iniesta, Xavi oder Luis Suárez. Immerhin habe Messi den überaus erfolgreichen Tikitaka-Stil geprägt, werden seine Verteidiger einwenden wollen. Dabei vergessen sie, dass das Tikitaka-Kurzpassspiel seine höchste Vollendung zwischen 2008 und 2012 in der spanischen Nationalmannschaft erfuhr, in der Messi bekanntlich nie gespielt hat.

Er läuft lieber vor den Problemen davon

Zurzeit sieht es danach aus, dass Messi Barcelona verlässt. Ähnliche Abgangsdrohungen äusserte er in Barcelona bereits 2016, als ihn das Steueramt in die Mangel nahm. Im gleichen Jahr trat er vorübergehend aus der argentinischen Nationalmannschaft zurück, aus Frust über die Finalniederlage in der Copa América gegen Chile.

Messi ist keiner, der einen festgefahrenen Karren aus dem Dreck zieht. Lieber läuft er vor den Problemen davon.

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