Kanu
Vom weggeschwemmten Bootssteg in den Kanu-Club Dietikon

Auf dem Wasser fühlt sich der 57-jährige Christian Schütz pudelwohl. Dass er im fortgeschrittenen Alter zu einem überzeugten Kajakfahrer werden würde, hätte der Dietiker nie gedacht. Eine Überschwemmung und ein Schnuppertag änderten seine Meinung.

Jürg Schumacher
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Christian Schütz schätzt das Training an der frischen Luft. Foto: jsc

Christian Schütz schätzt das Training an der frischen Luft. Foto: jsc

Fast sein ganzes Leben hat der heute 57-jährige Christian Schütz in Dietikon verbracht. An der Stadt mit den rund 24 000 Einwohnern und dem ausgedehnten Industriegebiet schätzt er, dass sie viel Natur bietet, was Auswärtige kaum wahrnehmen. Mit der Natur und der Limmat fühlt sich Schütz sehr verbunden.

Dass er im fortgeschrittenen Alter zu einem überzeugten Kajakfahrer werden würde, hätte der Dietiker nie gedacht. Mittlerweile gehört Schütz seit drei Jahren dem Kanu-Club Dietikon an. Erstmals in Kontakt mit Leuten des Kanu-Clubs kam der Vater eines 20-jährigen Sohnes und einer 16-jährigen Tochter im Jahr 1999. Damals richteten Überschwemmungen im Gebiet Reppischhof Dietikon Schäden im Ausmass von mehreren Millionen Franken an. Unter der Leitung von Schütz und einigen Leuten vom Kanu-Club wurde der vom Hochwasser weggeschwemmte Bootssteg wieder aufgebaut. Zehn Jahre später, 2009, nahm er an einem Kanu-Schnuppertag teil und fand Gefallen an der körperlichen Betätigung auf der Limmat.

Seither geht Christian Schütz im Sommer bei angenehmen Temperaturen jeweils an zwei Abenden pro Woche seinem Sport auf der Limmat nach. «Es macht riesig Spass», erzählt der 57-Jährige, «den Körper zu belasten, die Fahrtechnik zu verbessern, den Kopf durchzulüften und den Blick an den Horizont gleiten zu lassen.» Er fahre ja nicht leistungsbezogen Kajak, sondern aus reinem Plausch und um fit zu bleiben. Das Kanufahren eigne sich hervorragend gegen Rückenschmerzen, es stärke die Rücken- sowie auch die Bein- und die Brustmuskulatur. «Ein Fitnesscenter kommt für mich nicht infrage. Ich schätze das Training an der frischen Luft und die Geselligkeit im Kanu-Club Dietikon, dem rund 55 Mitglieder angehören.»

Zurzeit ist das Wasser für Christian Schütz noch viel zu kalt. Erst, wenn die Wassertemperatur höher als 10 Grad ist, steigt er wieder regelmässig in sein altes Allroundboot. Keine Regel ohne Ausnahme: Vor sechs Wochen nahm der Dietiker als Ältester an der zweiten Etappe des Wintercups teil, die von der Werdinsel in Zürich Höngg bis zum Kloster Fahr führte. Schütz bewältigte die 4,7 Kilometer auf der Limmat in beachtlichen 21 Minuten.

Am Sonntag findet in Brugg der Final des Wintercups 2012/2013 statt. Ausgetragen werden ein Abfahrtsrennen und ein Kurzsprint von rund 60 Kanu- und Kajakfahrern auf der Aare. Start ist um 11 Uhr. Wer den Kanusport kennen lernen möchte, kann am 4. Mai beim Kanuclub-Dietikon unverbindlich ein Schnuppertraining besuchen.

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