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Schelling zu seinen Plänen nach der Spitzensport-RS: «Wenn ich zurückkehre, bin ich voll parat»

Der Dietiker GC-Goalie Simon Schelling absolviert zurzeit die Spitzensport-RS in Magglingen.

Michel Sutter
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Basketball Limmattal
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Simon Schelling hält jeden Ball.
Simon Schelling hält jeden Ball.
Simon Schelling hält jeden Ball.
Keine Märsche, dafür jeden Tag Training: Simon Schelling in Magglingen.

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Michel Sutter

«Ich verbringe eine tolle Zeit dort, es macht grossen Spass», schwärmt Simon Schelling. Der 21-jährige Dietiker sitzt in Militäruniform am Tisch und strahlt. Mit «dort» meint er Magglingen, wo er noch bis Mitte Juli die Rekrutenschule besucht. Und zwar nicht irgendeine, sondern diejenige der Spitzensportler. «Es war nicht ganz einfach, da überhaupt aufgenommen zu werden», sagt der Handballer, der bei GC zwischen den Pfosten steht. «Daher bin ich stolz, dass es geklappt hat.»

Schelling musste sich bewerben und ein Vorstellungsgespräch führen. Dabei wurde er unter anderem auch gefragt, wie er seine Zukunft in den nächsten fünf Jahren sehe. «Man muss sich ganz klar dem Spitzensport verpflichten», sagt er. «Und man muss schon etwas erreicht haben.» Im Fall von Schelling ist das der Einsatz in der Juniorennationalmannschaft.

Die Spitzensport-RS unterscheidet sich in vielen Belangen von der normalen Rekrutenschule. So müssen die Sportler-Rekruten keine Märsche machen oder über Hindernisse springen, sondern sie trainieren. «Morgens von 9 bis 11 oder 11.30 Uhr gibt es jeweils Krafttraining», sagt Schelling. «Dann kommt das Mittagessen, und von 14.30 bis 16.30 Uhr gehen wir in die Halle.» Das Training sei individuell auf jeden Sportler abgestimmt. Anders als beim Mannschaftstraining, bei dem die Abläufe im Team im Vordergrund stünden.

Die Rekruten werden jeweils in Gruppen trainiert. Schelling ist mit sechs anderen Handballern im Zug, fünf davon sind Nationalspieler. Insgesamt sind 28 Athleten dabei, und zwar aus verschiedenen Sportarten wie Orientierungslauf, Skicross, Skispringen und Eishockey. Am besten versteht sich Schelling mit den Eishockeyanern, mit denen er auch nach dem Training Zeit verbringt. So hat er an einem Nachmittag mit Damien Brunner spontan Badminton gespielt. Berührungsängste mit grossen Namen gäbe es keine. «Wir trainieren zusammen, wir essen zusammen», erklärt Schelling. «Kein Athlet hat einen Sonderstatus.»

Der einzige Unterschied sei der Wissensvorsprung. «Die Eishockeyprofis haben natürlich schon Dinge gelernt, die wir Handballer erst während der RS vermittelt bekommen haben», sagt Schelling. Damit meint er die Zusatzkurse wie Medientraining oder Autogenes Training. Vor allem das Medientraining habe ihm sehr viel gebracht. «Ich weiss jetzt, wie ich mit gewissen Fragen von Journalisten umgehen muss», sagt er und lacht.

Und er hat seinen Körper besser kennen gelernt. «Man hat als Aussenstehender oft das Gefühl, Spitzensportler müssten vor allem viel trainieren», sagt Schelling. «Dabei ist Erholung genauso wichtig.» Er habe sich vier Wochen nur Muskeln antrainiert und dann vier Wochen lang an seiner Spritzigkeit gearbeitet. Nun folgt noch der Feinschliff, bevor er mit der RS fertig ist. Das wird auch seinen Verein, die Grasshoppers, freuen. Schliesslich musste dieser 13 Wochen – so lange dauert die Spitzensport-RS – auf den Goalie verzichten. «Es ist natürlich nicht einfach für den Club», gibt Schelling zu. «Andererseits profitiert er aber auch davon.» Schliesslich habe er in dieser Zeit sehr viel gelernt. «Das war die beste Saisonvorbereitung, die ich je hatte», meint Schelling. «Die Rahmenbedingungen sind hier einfach perfekt. Wenn ich zurückkehre, bin ich voll parat.»

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