Johan Djourou (Hamburg)

Mit Mergim Mavraj (Köln) und Kyriakos Papadopoulos (Leipzig) hat der HSV in der Winterpause gleich zwei Innenverteidiger verpflichtet – ein weiteres Zeichen für Djourou, der im Verlauf der Hinrunde bereits die Captainbinde abgeben musste: Der Schweizer hat an der Elbe keine Zukunft mehr. Darin ist er nicht ganz unschuldig, zu wenig dominant, zu fehlerhaft waren seine Auftritte. Djourou muss wohl auf eine Verletzung eines der neuen Konkurrenten hoffen, um in der Rückrunde doch zu Einsätzen zu kommen und sich so für einen neuen Arbeitgeber zu empfehlen.

Johan Djourou, hier im Zweikampf mit Thomas Müller, kämpft mit Hamburg um den Ligaerhalt.

Johan Djourou, hier im Zweikampf mit Thomas Müller, kämpft mit Hamburg um den Ligaerhalt.

Fabian Schär (Hoffenheim)

Vladimir Petkovic wirds schaudern: Wie Djourou hat auch der zweite Stamm-Innenverteidiger der Schweizer Nationalmannschaft, Fabian Schär, wenig verheissungsvolle Perspektiven: Schär verfolgte schon in der Vorrunde die Hälfte der Spiele auf der Tribüne – dass es so weitergeht, ist anzunehmen. Trainer Julian Nagelsmann hat schliesslich wenig Grund zur Veränderung, ist Hoffenheim doch die einzige noch ungeschlagene Mannschaft in einer der Top 5 Ligen Europas. Die einzige Chance auf Besserung könnte ein bevorstehender Abgang sein: Nicht Schärs Abgang selber, sondern jener von Niklas Süle, der im Sommer zu Bayern München wechselt. Vielleicht nutzt Nagelsmann die Rückrunde, um einen Nachfolger für Süle aufzubauen. Ganz ehrlich: Auch das scheint für Schär ein frommer Wunsch zu sein. Es bleibt wohl doch nur der Ausweg, spätestens im Sommer selber zu wechseln.

Fabian Schär bekommt in Hoffenheim nicht viel Spielzeit.

Fabian Schär bekommt in Hoffenheim nicht viel Spielzeit.

Josip Drmic (Gladbach)

Neuer Trainer, neues Glück – gilt dies für den wiedergenesenen Drmic? Für ihn spricht: Dieter Hecking, der André Schubert ablöste, muss bei der kriselnden Borussia etwas verändern. Drmic mit seinen Brecher-Qualitäten kann da ein probates Mittel sein im Abstiegskampf. Für den 24-Jährigen wäre es ein erneuter Anlauf, endlich den Nachweis zu erbringen, sich auch bei einem Klub mit Europacup-Ambitionen den Ansprüchen zu genügen. Bislang konnte Drmic in der Abstiegssaison des 1. FC Nürnberg überzeugen, als er beinahe Torschützenkönig wurde. Zu wünschen wäre es ihm – und der Schweizer Nationalmannschaft, der eine weitere Sturmalternative guttäte.

Josip Drmic will sich einen Stammplatz erkämpfen.

Josip Drmic will sich einen Stammplatz erkämpfen.

Yann Sommer (Gladbach)

Einige übereifrige Onlineportale sehen ihn schon auf der Ersatzbank. So weit ist es noch lange nicht. Aber ja, Sommer hat sich in der Hinrunde vom Formtief der Mannschaft beeinflussen lassen und war ein solider statt ein ausserordentlich guter Goalie. Was die Onlineportale zudem aufgedeckt haben: Sommer ist wieder liiert. Und Liebe beflügelt ja bekanntlich.

Yann Sommer ist bei Mönchengladbach gesetzt.

Yann Sommer ist bei Mönchengladbach gesetzt.

Fabian Frei (Mainz)

Wenn wir schon bei der Liebe sind: Sie hat auch Fabian Frei bewegt. Wobei der Thurgauer schon länger mit seiner Muriel zusammen ist und nun die Winterpause genutzt hat, seine Jugendliebe zu heiraten. Sportlich liefen die bislang eineinhalb Jahre in Mainz für Frei durchzogen, auch im Herbst 2016 pendelte er hin und her zwischen Stammplatz und Ersatzbank. Doch jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, endlich zur dominanten Figur zu werden: Bislang war dies Yunus Malli, der Mainz in Richtung Wolfsburg verlassen hat. Frei hat, was es braucht, um Malli zu beerben – diese Chance muss er packen.

Fabian Frei hat die Chance auf einen Stammplatz.

Fabian Frei hat die Chance auf einen Stammplatz.

Haris Seferovic (Frankfurt)

Dass Haris Seferovic immer noch für Frankfurt spielt, ist eine mittleren Sensation. Mehrere Zeitungen – sowohl deutsche als auch portugiesische – meldeten um den Jahreswechsel Seferovics Wechsel zu Benfica Lissabon als «quasi perfekt». Ein eigentlich deutliches Anzeichen für baldige News von offizieller Seite. Doch passiert ist seither nichts – zumindest ist nichts durchgesickert. Dass Frankfurt Seferovic gerne noch im Januar loswerden möchte, hat Sportdirektor Bruno Hübner bestätigt, denn es ist die letzte Chance, um mit dem Schweizer Geld zu verdienen. Mal schauen, was sich bis Ende Monat noch tut und wo Seferovic die Rückrunde verbringt - Frankfurt oder Lissabon? Oder …?

Bald in Lissabon?: Haris Seferovic

Bald in Lissabon?: Haris Seferovic

Shani Tarashaj (Frankfurt)

Falls Seferovic Frankfurt verlässt, steht der nächste Schweizer in Frankfurt bereit: Shani Tarashaj. Eintracht-Trainer Niko Kovac scheint auf den kleinen, wirbligen und offensiv überall einsetzbaren Ex-GC-Profi zu stehen, hat ihm zuletzt immer mehr Einsatzzeit gegeben. Nach Frankfurt ist Tarashaj gekommen, als er im Sommer gemerkt hat, dass der Wechsel von GC nach England zu Everton zu früh kam und er als feiner Spieler nicht für die raue Gangart auf der Insel gemacht ist. Geld verdienen nach Premier-League-Standards, Fussball spielen in der Bundesliga – Tarashaj scheint alles richtig gemacht zu haben.

Shani Tarashaj (r.) mit Nico Elvedi

Shani Tarashaj (r.) mit Nico Elvedi

Breel Embolo (Schalke 04)

Wer jung ist, hat in der Regel gutes Heilfleisch. Also auch Breel Embolo (19). Im März, so die Voraussagen aus der Schalker Ärztekammer und von Embolo selber, soll der Komplettschaden im linken Sprunggelenk verheilt sein, dann will er wieder Spiele bestreiten. Der Stürmer jedenfalls lechzt danach, wie er betont. Mehr Worten bedarf es zu Embolo nicht – das Motto lautet: Abwarten.

Breel Embolo ist noch immer verletzt.

Breel Embolo ist noch immer verletzt.

Valentin Stocker (Hertha BSC)

Der Start ins Jahr verlief schon mal gut: Stocker bekam ein persönliches Lob von Trainer Pal Dardai, was unter dem knorrigen Ungar einem Ritterschlag gleichkommt. Umso mehr wenn man bedenkt, dass Stocker im Sommer noch auf der Abschussliste der Berliner stand. Beobachter vor Ort prognostizieren dem Krienser eine starke Rückrunde, jetzt, wo er Vertrauen hat. Die Rückkehr nach Basel dürfte wieder ein bisschen weiter in die Zukunft rücken.

Valentin Stocker konnte sich bei Hertha Berlin durchsetzen.

Valentin Stocker konnte sich bei Hertha Berlin durchsetzen.

Florent Hadergjonaj (Augsburg)

Sein Abgang von YB im Sommer, als die Saison bereits lief, kam überraschend. Und für viele zu früh. Die Kritiker bekamen recht, in den ersten zwei Monaten spielte Hadergjonaj keine Sekunde. Doch im Fussball geht es schnell, auch in diesem Fall. Denn mittlerweile hält der Rechtsverteidiger gute Karten in der Hand: Seit Maik Walpurgis Ingolstadt-Trainer ist, spielt Hadergjonaj und hat nur drei von acht Spielen verloren – eine starke Bilanz. Mit dieser im Rücken dürfte er zu Beginn der Rückrunde gesetzt sein und die Chance haben, sich zu etablieren. Und so für Vladimir Petkovic interessant zu werden.

Florent Hadergjonaj (l.) kam erst im Sommer nach Inglostadt.

Florent Hadergjonaj (l.) kam erst im Sommer nach Inglostadt.