Ski alpin
Licht am Ende des Tunnels? Cheftrainer freut sich über Feuz und Janka

Walter Hlebayna, Cheftrainer der Schweizer Skicracks, hofft auch bei den kommenden Rennen von Beaver Creek auf Platzierungen unter den Top 10. Der 14. Rang von Rückkehrer Beat Feuz im Super-G habe den Österreicher nicht überrascht.

Martin Probst, Beaver Creek
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Die Freude über Feuz und Janka
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Carlo Janka in Lake Louise: Der Schweizer nähert sich den Top-Ten. In der Abfahrt wird er Zehnter.
Carlo Janka beim Super-G in Lake Louise. Der Bünder wird 13. und ist damit so gut platziert wie lange nicht mehr.
Trainer Walter Hlebayna glaubt an seine Schützlinge und traut ihnen noch viel mehr zu.
Wird aus Grübler Janka diese Saison wieder der Siegfahrer Janka? Hier ist Janka während des Sommertrainings in Zermatt zu sehen.
Beat Feuz und Trainer Sepp Brunner auf dem Lift auf dem Tuxergletscher in Hintertux im Zillertal.
Kann wieder lachen: Der Abfahrer Beat Feuz. In Lake Louise zum Saisonauftakt wurde er 14. im Super-G und 30. in der Abfahrt. Die Trainer trauen ihm mehr zu.
Beat Feuz im Sommertraining. Die grosse Frage damals: Hält das lädierte Knie. Die Antwort lieferte der Berner Oberländer letztes Wochenende auf der Skipiste: Es hält.

Die Freude über Feuz und Janka

Keystone

Die Schweizer Männer waren am letzten Wochenende in Lake Louise gut fünfmal so erfolgreich wie im vergangenen Winter. In Zahlen ausgedrückt heisst dies: ein 10. Platz in der Abfahrt von Carlo Janka und ein 5. Platz von Patrick Küng im Super-G als Topresultate. Hinzu kamen vier Top-15-Klassierungen.

Eigentlich eine magere Ausbeute für eine Nation, die noch vor kurzem mit Didier Cuche oder auch Beat Feuz vor seiner Knieverletzung die Speeddisziplinen dominiert hat.

Aber eben: Dieses Jahr waren die Resultate fünfmal besser als in der letzten Saison. Und dies zeigt ziemlich deutlich auf, in welcher Situation sich das Team der Männer aktuell befindet: im Aufbau.

Schneefall verhindert Abfahrtstraining

Auch das zweite Training für die Weltcup-Abfahrt der Männer in Beaver Creek muss abgesagt werden. Heftiger Schneefall verhindert die Austragung.

Nach der zweiten Absage bleibt den Athleten noch eine Möglichkeit, um die Abfahrtsstrecke, die sich aus dem obersten Teil der Frauen-Piste "Raptor" und dem Originalparcours der "Birds of Prey" zusammensetzt, übungshalber einmal zu befahren. Das dritte Training ist auf Donnerstag angesetzt.

Der letzte Winter war einer zum Vergessen. Die historische Pleite in der Abfahrt von Lake Louise (Silvan Zurbriggen klassierte sich als bester Schweizer auf Rang 24) war nur der Beginn einer Serie von Pleiten und Negativrekorden.

Als Konsequenz der miserablen Saison wurde in diesem Frühling Osi Inglin als Cheftrainer entlassen und durch den Österreicher Walter Hlebayna ersetzt. Und dieser sagt vor den Rennen am Wochenende in Beaver Creek: «Im Skisport gibt es keine Wunder.»

Feuz und Janka als Aufsteller

Was er damit meint, ist, dass der Weg zurück zu regelmässigen Topresultaten ein langer ist. «Unser Ziel ist es im Moment, Plätze in den Top 10 herauszufahren», sagt Hlebayna. «Die Resultate sind bisher so ausgefallen, wie ich das erwartet habe.»

In Lake Louise sah der Österreicher Dinge, die ihn positiv für die Zukunft stimmen. Er nennt Carlo Janka als Beispiel, der in der Abfahrt mit der hohen Startnummer 37 in die Top 10 fuhr und ein deutliches Zeichen setzte, dass es mit ihm langsam aufwärtsgeht.

Und dann ist da natürlich noch Beat Feuz. Der 26-Jährige fuhr nach mehr als einem Jahr Rennpause durch eine Knieverletzung auf die Ränge 30 in der Abfahrt und 14 (!) im Super-G. «Ich bin in erster Linie froh, dass das Knie von Beat hält. Seine Resultate haben mich gefreut, aber nicht überrascht. Ich wusste ja, was Beat kann», sagt Hlebayna.

Überhaupt hat der Chef bei fast jedem seiner Athleten gute Ansätze gesehen. «Abschnittsweise sind wir schon wieder sehr gut. Jetzt geht es darum, mehr Konstanz für ein ganzes Rennen zu entwickeln.»

Ein Geheimrezept dafür hat Hlebayna nicht. Erfolge würden sicher guttun. Denn mit Erfolg steigt das Selbstvertrauen. Und wer mit Vertrauen fährt, macht automatisch weniger Fehler. Doch Erfolge kommen selten einfach so. Vielmehr geht es darum, durch hartes Training immer näher an das Ziel heranzukommen.

Die Hauptarbeit übernehmen hierbei die Gruppentrainer. Doch Walter Hlebayna sucht auch gerne das persönliche Gespräch mit den Athleten. «Ich diskutiere oft und gerne. Mir ist es wichtig, dass die Athleten den Sinn meiner Massnahmen verstehen», sagt er.

Mit Massnahmen meint er auch Rückversetzungen in den Europacup, falls er bei Athleten keine Fortschritte erkennt – oder sie wichtige Punkte gewinnen müssen, um sich in den Startlisten zu verbessern. «Am Ende bin ich der Chef. Ich versuche jedem Athleten zu erklären, was gut für ihn ist. Wenn er es nicht versteht, ist es Chefsache, durchzugreifen.»

Vorerst geht es für die Athleten am Freitag in der Abfahrt von Beaver Creek darum, weitere Fortschritte zu erzielen. Doch schlechtes Wetter verhinderte gestern ein Training – und die Vorhersagen bleiben schlecht. Dabei wären es gerade Trainings, die im Moment wichtig wären.