Weltklasse Zürich
Übersprinter Usain Bolt kann sich jetzt eine 9 auf den Rücken schreiben

Usain Bolt war einen Tag vor dem Meeting in Zürich zu Besuch bei Fifa-Präsident Sepp Blatter. Der grosse jamaikanische Sprinter ist jetzt um ein Fussball-Trickot und ein WM-Maskottchen reicher.

Simon Steiner, Zürich
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Der Riese und der Zwerg: Usain Bolt und Sepp Blatter
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Blatter gibt Bolt ein Maskottchen der Fussball-WM 2014, verbunden mit einer Einladung ans Turnier nach Brasilien
Usain Bolt bei Sepp Blatter
Im Gegenzug überreicht Bolt Blatter ein Ticket fürs Meeting.
Wegen des Regens will der Sprintstar nicht auf den Rasen und Bälle kicken. Nur drinnen wagt er es.

Der Riese und der Zwerg: Usain Bolt und Sepp Blatter

Keystone

Ganz alles macht er dann doch nicht mit. Als Usain Bolt für die Fotografen und Kameraleute zum Abschluss seines Besuchs im Hauptquartier des Weltfussballs noch einige Ballkicks auf dem Fifa-eigenen Kunstrasen hätte machen soll, beginnt es zu regnen auf dem Zürichberg. Dem mit wenig wettertauglichen Schuhen ausgerüsteten Übersprinter genügt ein kurzer Blick aus dem Fenster, um zu wissen: Das Verletzungsrisiko ist zu hoch, um sich das anzutun.

Fifa-Präsident Sepp Blatter persönlich hat Bolt am Tag vor dessen 100-m-Start bei Weltklasse Zürich zu einem Treffen eingeladen und empfängt den erklärten Fussball-Liebhaber, der ihn körperlich um Längen überragt, in seinem Reich. «Es ist für mich ein Ehre, hier zu sein», sagt Bolt artig. «Ich verfolge das Fussballgeschehen aufmerksam. Nach dem Abschluss meiner Leichtathletik-Karriere werde ich sicher auch selber wieder mehr spielen.»

Blatter überreicht dem Sprintstar nicht nur ein Maskottchen der Fussball-WM 2014, verbunden mit einer Einladung ans Turnier nach Brasilien, sondern auch ein persönliches Fifa-Trikot mit der Nummer 9. «An dieser Position sehe ich diesen grossartigen Athleten, der seine Disziplin seit Jahren dominiert», sagt Blatter und wendet sich an Bolt: «Und vielleicht gelingt es Ihnen ja sogar einmal, die 100 m in neun Sekunden zurückzulegen.»

Der Jamaikaner revanchiert sich beim Walliser Fifa-Präsidenten mit einer Einladung fürs heutige Meeting und verspricht, den Zuschauern eine gute Show zu bieten. «Ich konnte mich seit den Weltmeisterschaften etwas erholen. Das Wetter soll ja gut werden, da sollte eine ähnlich schnelle Zeit wie in Moskau drinliegen», sagt Bolt, der sich an den Titelkämpfen in der russischen Hauptstadt in 9,77 Sekunden durchgesetzt hat.

Auch zum erfolgreichsten Leichtathleten der WM-Geschichte hat sich Bolt in Moskau gekürt. Und nimmt nun bereits die nächsten Olympischen Spiele im Sommer 2016 in Rio de Janeiro ins Visier. Bleibt bis dahin Zeit für einen Versuch, einen seiner Weltrekorde zu verbessern? «In der nächsten Saison ohne weltweite Titelkämpfe wird mein oberstes Ziel sein, verletzungsfrei zu bleiben, um gut trainieren zu können», sagt er. «Das ist schliesslich die Voraussetzung, um gute Zeiten laufen zu können.»

Das sind erfreuliche Töne für die Leichtathletik, welcher ihr grosser Star also noch etwas erhalten bleiben dürfte. Obwohl dieser sein grösstes Ziel eigentlich bereits erreicht hat. «Ich möchte eine Legende werden – wie Pelé, Maradona oder Muhammad Ali», betont Bolt bei der Fifa einmal mehr, ehe der Ball doch noch ins Rollen kommt. In der granitbestückten Empfangshalle, beim Doppelpassspiel mit seinem irischen Manager Ricky Simms. Die Kameras laufen und blitzen.

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