Zbären sicherte sich den Titel auf überzeugende Weise, indem sie ihren bisherigen Rekord gleich um 14 Hundertstel unterbot. In der estnischen Hauptstadt war sie im Vorlauf, im Halbfinal und im Final jeweils die Schnellste. Den entscheidenden Lauf gewann sie bei leichtem Gegenwind erneut in der schnellsten je an U23-Europameisterschaften gelaufenen Zeit. Zbären distanzierte nach "für einmal gutem Start" (Originalzitat) die Konkurrenz um mindestens zwei Zehntel. "Bei der sechsten oder siebten Hürde hatte ich dann meine Gegnerinnen hinter mir und habe Vollgas durchgezogen." Der 21-jährigen Emmentalerin, die in Tallinn auf nächst höherer Stufe den überlegenen Triumph von der U20-EM 2013 wiederholte, fehlten zum Schweizer Rekord von Lisa Urech aus dem Jahr 2011 noch neun Hundertstel.

Zbärens Edelmetall ist das fünfte eines Swiss-Athletic-Vertreters bei U23-Europameisterschaften. Mit Andreas Schelbert (400 m Hürden/1997), André Bucher (800 m/1997), Lisa Urech (100 m Hürden/2011) und Selina Büchel (800 m/2013) hat sie prominente Vorgängerinnen und Vorgänger als Medaillengewinner, die später auch bei den Aktiven Erfolge feiern durften.