Auch im Olympiastadion von Peking, wo Fraser-Pryce 2008 ihren ersten grossen internationalen Titel gewonnen hatte, bewies die Jamaikanerin, dass sie im Sprint weiterhin das Mass aller Dinge ist. Seit 2008 war sie an Grossanlässen nur an den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu über 100 m leer ausgegangen.

Den Grundstein zu ihrem dritten WM-Titel nach Berlin 2009 und Moskau 2013 legte die zweifache Olympiasiegerin mit einem hervorragenden Start. Am Ende siegte Fraser-Pryce bei leichten Gegenwind von 0,3 m/s in 10,76 Sekunden vor Dafne Schippers aus Holland.

Die Europameisterin von Zürich zeigte vor allem auf der zweiten Streckenhälfte ein hervorragendes Rennen und verbesserte in 10,81 Sekunden ihren nationalen Rekord erneut, nachdem sie diesen bereits im Halbfinal unterboten hatte. Schippers hatte sich als einzige Europäerin für den Final der besten acht qualifiziert. Bronze ging an Tori Bowie aus den USA in 10,86.

Für die grosse Überraschung am dritten Wettkampftag sorgte der Kanadier Shawn Barber. Der 21-Jährige gewann im Stabhochsprung dank im ersten Versuch übersprungenen 5,90 m Gold vor dem Deutschen Raphael Holzdeppe.

Eine Enttäuschung setzte es für Renaud Lavillenie ab. Der Weltrekordhalter und Olympiasieger aus Frankreich wurde in 5,80 m nur Dritter und schaffte es wieder nicht, den letzten grossen Titel, der ihm in seinem Palmares noch fehlt, zu holen. Für den Olympiasieger und Weltrekordhalter war es die dritte WM-Bronzemedaille nach 2009 und 2011, 2013 in Moskau holte Lavillenie Silber.

Ähnlich wie Lavillenie wurde auch Gelete Burka ihrer Favoritenrolle über 10'000 m nicht gerecht. Die Äthiopierin verlor den Schlussspurt gegen die Kenianerin Vivian Cheruiyot, die in 31:41,31 Minuten siegte, deutlich. Im Dreisprung der Frauen verteidigte die Kolumbianerin Catherine Ibarguen mit 14,90 m ihren Titel von Moskau 2013. Über 3000 m Steeple holte der Kenianer Ezekiel Kemboi seinen vierten WM-Titel in Folge. Der zweifache Olympiasieger gewann in 8:11,28 Minuten vor drei Landsleuten.