Noah Lyles holte sich auch in Brüssel die 50'000 Dollar für den Disziplinensieg ab. Auf der Zielgeraden hielt er über die halbe Bahnrunde den Weltmeister Ramil Guliyev aus der Türkei und den Kanadier Andre De Grasse in Schach. Das Trio blieb trotz einigen Regentropfen und tiefen Temperaturen unter 20 Sekunden. Die 200 m sind Lyles' Spezialdisziplin, die Siegerzeit von 19,74 Sekunden wird er wohl als ordentlich einstufen. Die Jahres-Weltbestzeit stellte er an der Athletissima in Lausanne (19,50) auf. Guliyev (19,86) und De Grasse (19,87) freuten sich hingegen über eine persönliche Saisonbestzeit.

Michael Norman lief in diesem Jahr die 200 m in 19,70 Sekunden. Der Amerikaner verzichtete auf ein Duell gegen Lyles. Norman legt derzeit den Schwerpunkt auf die 400 m. Mit Erfolg. In einem Feld mit sechs Amerikanern setzte sich der Jahresschnellste in 44,26 Sekunden gegen den Kollegen Fred Kerley (44,46) durch. "Das war ein wichtiger Sieg", sagte Norman, der mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Doha eine sechswöchige Wettkampfpause eingelegt hatte.

Beim prestigeträchtigsten Diamond-League-Titel der Frauen ging die USA allerdings leer aus. Über 100 m setzte sich die Europameisterin Dina Asher-Smith durch. Die Britin gewann bei leichtem Gegenwind in 10,88 Sekunden, vor Shelly-Ann Fraser-Pryce, der Olympiasiegerin von Peking 2008 und London 2012. Die Frau aus Jamaika blieb am kühlen Abend als zweite Läuferin unter der 11-Sekunden-Marke. Die Jamaikanerin Elaine Thompson hält weiterhin die Jahres-Weltbestzeit. Die Doppel-Olympiasiegerin von Rio 2016 reiste nicht nach Brüssel.

Das Diskuswerfen der Frauen sorgt primär für Aufsehen, wenn Sandra Perkovic nicht gewinnt. In Brüssel war dies wieder einmal der Fall. Die Kroatin fand in Yaimé Pérez aus Kuba eine Bezwingerin. Pérez gelang somit die erfolgreiche Titelverteidigung, sie hatte sich schon 2018 durchgesetzt, nachdem Perkovic zwischen 2012 und 2017 sechs Diamond-Titel in Serie geschafft hatte. Zum vierten Mal in Folge triumphierte beim Diamond-League-Finale Griechenlands Stabhochspringerin Katerina Stefanidi. Den widrigen Umständen trotzte Danielle Williams aus Jamaika mit einer Siegerzeit über 100 m Hürden von 12,46 Sekunden.

Die Organisatoren von Brüssel hatten nicht das Wettglück ihrer Kollegen aus Zürich. Jahresweltbestleistungen blieben aus. In den technischen Disziplinen sassen die Aktiven teilweise in Jacken gehüllt auf der Bank.

Die Schweizer Asse waren in Brüssel nicht vertreten. Lea Sprunger wird am Dienstag in Minsk einen Auftritt auf der internationalen Bühne haben. In Weissrussland läuft sie im "The Match" - ein Vergleich zwischen Europa und den USA - über 400 m Hürden. Der Saisonhöhepunkt der Leichtathleten steht mit den Weltmeisterschaften vom 27. September bis 6. Oktober in Doha noch bevor.