Leichtathletik
Kariem Hussein spielt in einer neuen Liga

In der ersten Saison nach dem EM-Titel will sich Kariem Hussein an der Weltspitze etablieren. Am Diamond-League-Meeting in Eugene (USA) misst er sich erstmals in diesem Jahr mit der internationalen Konkurrenz.

Simon Steiner
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Kariem Hussein ist startklar für den Vergleich mit der Weltspitze.

Kariem Hussein ist startklar für den Vergleich mit der Weltspitze.

Sandra Ardizzone

Als Europameister darf der frühere Fussballer Kariem Hussein in dieser Saison in einer neuen Liga mitspielen – der Diamond League. Nachdem er letztes Jahr als Schweizer in Lausanne und Zürich bereits Unterschlupf im Startfeld der Top-Meeting-Serie der Leichtathletik erhielt, wird sich der 26-jährige Thurgauer heuer auch im Ausland wiederholt auf höchster Ebene mit der internationalen Konkurrenz messen können. Morgen bestreitet der 400-m-Hürdenläufer in Eugene im US-Bundesstaat Oregon sein erstes Diamond-League-Meeting ausserhalb der Schweiz.

«Ich will meinen Weg in Richtung Weltspitze fortsetzen», sagt Hussein vor der ersten Saison nach seinem internationalen Durchbruch. Der Europameister von Zürich ist sich bewusst, dass die öffentlichen Erwartungen an ihn gestiegenen sind. Hussein empfindet diesen Druck nicht als negativ. «Ich habe selber hohe Erwartungen an mich», sagt er. «Und der Druck kann mich auch pushen, diese zu erfüllen.»

Die Nummer 4 der Welt

Die Saison 2014 schloss Hussein dank der persönlichen Bestzeit von 48,47 Sekunden beim Kontinentalcup in Marrakesch an der vierten Stelle der Jahresweltbestenliste ab. Um diese Position verteidigen zu können, dürfte nun eine Steigerung nötig sein, da einige der weltbesten Athleten das vergangene Jahr ohne WM und Olympische Spiele als Zwischensaison betrachteten und nicht ganz ihr bestes Niveau erreichten.

Hussein ist überzeugt, dass er über den Winter weitere Fortschritte gemacht hat. Und dies, obwohl er wegen diverser Praktika im Rahmen seines Medizinstudiums seinen Trainingsumfang in den letzten Monaten eher leicht reduziert hat. Seit Anfang Mai kann er sich nun als Vollprofi wieder ganz auf den Sport konzentrieren, ehe er im Herbst sein Studium fortsetzt.

Der Saisonauftakt ist Hussein gelungen: Vor zwei Wochen unterbot er in Bern in seinem ersten Rennen über 400 m Hürden in 49,35 auf Anhieb die Limite für die WM im August in Peking und die Olympischen Spiele 2016 in Rio – seine nächsten grossen Ziele. Weiter geht es nun Schlag auf Schlag: Auf die erste internationale Standortbestimmung in Eugene folgt am Donnerstag bereits der nächste Einsatz in Rom. Wiederum in der höchsten Liga der Leichtathletik.