Leichtathletik
Bolt gewinnt 3. WM-Gold – nun ist er erfolgreichster WM-Athlet aller Zeiten

Usain Bolt gewann zum Abschluss der Titelkämpfe in Moskau Gold über 200 m und 4x100 m. Mit dem Staffel-Titel löste er Carl Lewis als erfolgreichsten Leichtathleten bei Weltmeisterschaften ab.

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Usain Bolt feiert seine dritte Goldmedaille an der WM in Russland.

Usain Bolt feiert seine dritte Goldmedaille an der WM in Russland.

Keystone

Insgesamt 380'000 Zuschauern beklatschten an den acht Abendsessions in Moskau die Leistungen der Stars. Nur der Fussball erreicht an Weltmeisterschaften derartige Zahlen. Bolt war eines der Zugpferde der 14. Titelkämpfe, deren Höhepunkte auch der Goldsprung von Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa und der packende Hochsprungfinal der Männer waren. Gemessen am Lärmpegel schwang der Sieg der russischen 4x400-m-Frauenstaffel obenaus. Die Gastgeber stehen mit sieben Goldmedaillen auch an der Spitze des Medaillenspiegels. Die USA und Jamaika stellten je sechs Sieger.

Mit acht Gold- und zwei Silbermedaillen ist Bolt der erfolgreichste Leichtathlet der WM-Geschichte. Bislang führten in dieser Statistik gemeinsam Allyson Felix sowie Carl Lewis, die neben acht WM-Titeln je einmal Silber und Bronze geholt haben. Zudem gelang Bolt zum vierten Mal nach den WM 2009 sowie den Olympischen Spielen 2008 und 2012 das Gold-Triple. 2011 blieb ihm die makellose Bilanz nach einem Fehlstart im 100-m-Lauf verwehrt.

Wichtigste für Bolt: Sich nicht zu verletzen

Der Sprintstar liess sich am zweiten Wochenende in Moskau von niemandem stoppen. Bolt war am Samstag über 200 m seinen Gegnern bei Windstille in der Jahresweltbestleistung von 19,66 Sekunden ebenso überlegen wie bei seinem Sieg über 100 m. Und dies, obwohl er derzeit sein Top-Niveau nicht erreicht. Am Sonntag blieb dem bald 27-Jährigen ein harter Fight gegen Justin Gatlin erspart. Denn die bis dahin führenden US-Boys verspielten ihre Chance mit einem schlechten letzten Wechsel. Jamaika blieb in 37,36 Sekunden rund eine halbe Sekunde über dem eigenen Weltrekord von London 2012.

"Ich bin älter geworden", sagte Bolt nach dem Rennen über 200 m. "Ich weiss, dass die Fans auch einen Rekord wollen. Aber die Goldmedaille ist das, was zählt." Er habe noch einige Jahre vor sich. "Das Wichtigste ist jetzt, dass ich mich nicht verletzte. Deshalb mache ich auch keinen Weitsprung", fügte er hinzu. "Mein Fokus richtet sich zunehmend Richtung Rio. Das Triple an drei Olympischen Spielen hat noch keiner geschafft."

Dass Bolt der beste Sprinter alle Zeiten ist, bezweifelt kaum jemand, auch nicht eine 30-köpfige Jury, die für die französische Sportzeitschrift "L'Equipe" den Besten aller Zeiten erkürte. Als Juroren stellten sich unter anderen Sergej Bubka, Sebastian Coe, die Trainer Glen Mills oder Stephen Francis, und Athleten wie Bolt, Kim Collins, Ato Boldon oder Donovan Bailey zur Verfügung. Bolt gewann mit 89 Punken vor Carl Lewis (41) und Jesse Owens (31). Danach folgten Bob Hayes (11), Maurice Greene (10) und Tom Smith (5). Je zwei Punkte erhielten noch Jim Hines und Bailey.

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