Leichtathletik

Beim Zürich Marathon gab es einen Streckenrekord von einem Schweizer in spe

Tadesse Abraham jubelt beim Zieleinlauf.

Tadesse Abraham jubelt beim Zieleinlauf.

Tadesse Abraham aus Eritrea gewinnt in der Rekordzeit von 2:07:44 den Zürich Marathon. Abraham beantragt derzeit den Schweizer Pass und läuft an den EM 2014 möglicherweise für die Schweiz.

Tadesse Abraham aus Eritrea gewann in der Rekordzeit von 2:07:44 Stunden den 11. Zürich Marathon. Abraham beantragt derzeit den Schweizer Pass und läuft an den EM 2014 möglicherweise für die Schweiz.

Der 30-jährige Abraham löste als Streckenrekordhalter seinen Trainingspartner Viktor Röthlin ab, dessen Bestzeit in Zürich bei 2:08:19 Stunden (2007) steht. Die Chancen stehen gut, dass der in Uster und Genf wohnhafte Abraham im kommenden Jahr den Schweizer Pass erhält - er kam 2004 als politischer Flüchtling in die Schweiz - und somit an den Europameisterschaften in Zürich 2014 für die Schweiz starten darf. Mit einer Bestzeit von 2:07:44 würde er zu den Goldanwärtern zählen. 2012 war bloss ein Europäer unter 2:08 Stunden geblieben. Der Schweizer Rekord von Röthlin aus dem Jahr 2008 liegt bei 2:07:23.

«Kälte war kein Problem»

Ab km 31, als er seinen letzten Begleiter stehen liess, begann für Abraham der erfolgreiche Kampf gegen die Uhr. Der mit einer Schweizerin verheiratete Läufer steigerte seine Bestzeit aus dem Jahr 2010 in Berlin um 1:40 Minuten. «Die Kälte war für mich kein Problem», sagte Abraham, der sich in einem sechswöchigen Trainingslager in Äthiopien auf diesen Lauf vorbereitet hatte.

Als Fünfter lief Michael Ott in 2:16:53 ein. Der Mann aus Kilchberg ist somit Schweizer Meister und unterbot zugleich den Selektionswert für die Weltmeisterschaften in Moskau um sieben Sekunden. Ott schaffte das Triple: Er ist aktuell nationaler Titelträger über 10 km auf Strasse sowie im Halb- und Marathon. "Am Schluss wurde es noch eng und ich musste auf die Zähne beissen", sagte der Zürcher. Der bereits für Moskau qualifizierte Christian Kreienbühl (TV Oerlikon) wurde in 2:17:46 Meisterschafts-Zweiter.

WM-Kandidatenfeld noch offen

Im Rennen der Frauen senkte die Kroatin Lisa Stublic in 2:25:44 ebenfalls den Streckenrekord. Als Schweizer Meisterin traf Renate Wyss (LSV Basel) in 2:40:53 als Fünfte im Ziel ein. Auch die Silbermedaillen-Gewinnerin Lucia Mayer-Hofmann (LA Nidwalden) blieb in 2:42:46 unter der moderaten WM-Limite.

Wer die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Moskau im Marathon vertreten wird, ist noch offen. Die zwei Olympiateilnehmer Viktor Röthlin und Maja Neuenschwander sowie Patricia Morceli und Magali Di Marco haben abgesagt oder dürften verzichten. Somit kommen bei den Männen Ott und Kreienbühl (er lief die Limite 2012 in Berlin) sowie bei den Frauen Wyss und Mayer-Hofmann in Frage.

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